«Herzliche Gratulation zur bestandenen Bob-Taufe!»
6. Februar 2012 | Rinaldo Dieziger
Minus 18 Grad. Wir hatten Zehen wie Eiswürfel und lallten. Mit halb zugefrorenem Mund standen wir kurz vor 11 Uhr auf dem Parkplatz. Drei Stunden Busfahrt lagen hinter uns. Und knapp zwei Minuten im Eiskanal vor uns. Wir waren am Ziel des Olypmia Bob Run in St. Moritz. Martin Suter vom Suter Bobteam, den wir seit drei Jahren sponsern, führte uns die Bahn hinauf, erklärte uns seinen Sport und gab in jeder Kurve eine Geschichte zum Besten.
Der Olympia Bob Run ist die einzige Natureisbahn der Welt. Initialisiert 1897 von gelangweilten britischen Wintergästen. Jeweils im November wird sie während eines Monats von einem Dutzend italienischer Bahnbauer aus dem Südtirol gebaut. Von Hand. Mit Schnee und Schaufel und viel Erfahrung.
Oben beim Start angekommen, wärmten wir uns in der Gunter-Sachs-Lodge auf. Bei Rum-Punsch, Ovomaltine und Pflümli. Draussen schien die Sonne auf den Pelz. Die noblen Damen des Jetsets rüsteten sich für den White Turf am Sonntag. Und unsere Gäste bekamen langsam weiche Knie. Noch eine Stunde bis zur Fahrt.
Um 13 Uhr war es endlich soweit. Unsere sechs mutigen Gäste fassten sich ein Herz und einen Helm. Eis, zwöi, drüüüü – und ab gings im 4er-Bob den Eiskanal hinunter. Snake Corner, Horse-Shoe, Telefon, Devils Dyke, Martineau, 130 km/h, Partago Corner und abbremsen vor Frizzonis Finish Lodge. Ein unvergleichliches Erlebnis.
Wir gratulieren Renato Mitra, Fabienne Schindler, Stefan Schmid, Patrick Burger, Iwan Bucher und Stefan Lohrer zur bestandenen Bob-Taufe! Davon werden sie wohl noch ihren Grosskindern erzählen. Beim Mittagessen im Dracula Club verdauten wir die Eindrücke. Dann gings im Eurobus zurück nach Zürich.
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