Vom Texter zum Autor – Interview mit Tamas Kiss

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Was hat Dich motiviert ein Buch zu schreiben?

Fünf Dinge: 1. Vor allem eine faszinierende Idee, die eines Morgens, als ich aufwachte, zu mir kam. 2. Die Langeweile, unter der Nachtmenschen manchmal leiden – meine Frau legt sich abends in der Regel früh aufs Ohr, ich baue nächtens nicht an einer Modelleisenbahn herum und vom Harald Schmidt habe ich schlicht genug gesehen. 3. Die Behauptung meiner Frau, dass ich nicht die Geduld hätte, über eine längere Zeit hinweg konzentriert und diszipliniert an irgendwas arbeiten zu können. 4. Der Reiz, einige persönliche Erlebnisse aus meiner Kindheit und Jugend literarisch verarbeiten zu können. 5. Die Vorstellung, dass mich knackige Literatur-Groupies nach Lesungen auf mein Hotelzimmer begleiten wollen, um dort mit mir die literarischen Grundfragen unserer Epoche zu diskutieren.

Warum hast Du nicht schon früher ein Buch geschrieben?

Ich denke, dass ich ganz einfach vieles im Leben eher spät mache: Mit 16
hatte ich die Wunderwelt der Sexualität auf jeden Fall noch nicht entdeckt
und hinters Steuer eines Autos habe ich mich auch erst mit Mitte 20 gesetzt.
Und um Vater zu werden, musste ich über 40 Jahre alt werden.

Wie bist Du das Ganze angegangen?

Ohne fixen Plan, aber mit umso mehr Selbstdisziplin. Konkret: Nachdem ich mein Söhnchen nach 7, und meine Frau gegen 10 Uhr ins Bett gebracht hatte, habe ich mich fast täglich mit einigen Cola-Dosen an meinen Tisch gesetzt und über einen Zeitraum von fast 3 Jahren jeweils bis weit nach Mitternacht an meinem Erstling geschrieben.

Mit welchen Tools und Programmen arbeitest Du?

„Früher im Licht“ habe ich auf meinem G4 im Word geschrieben, eine nächste Story schreibe ich mit dem Scrivener – danke für den Tipp, lieber Superrinaldo.

Wie lief die Zusammenarbeit mit Lektoren und Verlag?

Marion Elmer, meine Lektorin, ist das, was man gemeinhin wohl als eine Perle bezeichnet, und André Gstettenhofer, mein Verleger, ein Profi mit viel Gefühl, der Bücher „mit Ecken und Kanten“ machen will. Das Ganze hat von Anfang an gepasst.

Wie hat Dir die Erfahrung als Werbetexter geholfen?

Jeder anständige Werbetexter weiss nicht nur, was eine gute Idee ist, sondern ist auch fähig, sie überraschend umzusetzen. Aber es schreibt sich schon einen Tick lockerer, wenn man weiss, dass einem am Ende kein Kunde vorjammern wird, er finde den Text zu wenig verkäuferisch.

Darf man mit weiteren Abenteuern von Kommissar Varga rechnen?

Wenn mir „Random House“ 1 Million Vorschuss oder eine nette Schreibstube in Havanna anbietet, dann sicher. Im Moment arbeite ich allerdings an einer völlig anders gelagerten Story – einem Thriller, der in der Schweiz des Zweiten Weltkriegs spielt.

Früher im Licht Tamás Kiss
Früher im Licht
Erscheint Mitte April
Gebunden, 288 Seiten, 12.5 x 19 cm
CHF 29.80 / € 16.90
ISBN 978-3-905801-23-1
www.tamaskiss.ch
www.salisverlag.com
Pressemitteilung



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