Sprechen Sie Sprache?

Sprechen Sie Sprache?

Kurios klingende Ausdrücke aus der Schweizer Dialektwelt verwirren mich ab und an. Meistens aber erheitern sie mich. Ein kurzer Überblick.

„Heitere Fahne, stell mal de cheibe Karsumpel weg!“, hörte ich zu meiner Anfangszeit im Büro von Supertext. Wissen Sie, worum es geht? Mir war zuerst nicht ganz klar, worum es ging, als ich diesen Ausdruck das erste Mal bei uns hörte. Ich konnte mir aber einen Reim darauf machen, weil Karsumpel ja irgendwie wie Gerümpel klingt. Und es standen leere Kisten in einer Ecke.

Spass an der Sprache

Dialektwörter machen Spass. Finde ich. Es gehört zum Alltag bei Supertext, Rari- und Kuriositäten aus der verstaubten Sprachtruhe im Estrich zu klauben und sie aktiv zu verwenden.  “Du, der Kunde XY hat eine Frage.”  “Dän mueschem weidli alüte.” Weidli. Toll, nicht? Es gibt zahlreiche andere Ausdrücke, die mich ebenso entzücken: Griite, Chnusti, Guggummere. Letzterer gefällt mir besonders gut. Man könnte auch Gurke sagen. Man könnte.

Sammlungen

Inspiration und Definitionen zu den Dialektwörtern finde ich im Schweizerischen Idiotikon, dem Wörterbuch für das Schweizerdeutsche. Es lohnt sich, einen Blick da reinzuwerfen, wenn man sich für Schweizer Dialekte interessiert. Neben dem Idiotikon gibt es unzählige Seiten von Freizeit-Dialektologen, die auch spannend sind. Ich habe selbst eine Liste mit Dialektwörtern am Kühlschrank. Und die wird immer erweitert, wenn ich in meinem Leben ein Wort aufschnappe, das mich länger als eine Stunde fasziniert.

Haben Sie ein Lieblingswort in Ihrem Dialekt? Wir wollen es wissen.



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16 Kommentare zu “Sprechen Sie Sprache?”



  • Paul am 18. Januar 2011 11:31 Uhr

    Da gibts gleich ein paar:

    e Hagscheieli
    e Wudili
    en Höerbock
    en Hockeibackel
    en Hageschwanz


  • Lovey am 18. Januar 2011 15:51 Uhr

    bägguhäärig!


  • Patrik am 19. Januar 2011 11:18 Uhr

    Ganz klar:

    ölf!


  • Mauro am 19. Januar 2011 13:19 Uhr

    Aus aktuellem Anlass: strääze


  • Rinaldo am 21. Januar 2011 15:47 Uhr

    Hudigäggeler


  • Ruedi Stricker am 25. Januar 2011 11:19 Uhr

    liberement

    wents nöpfeschtooscht moscht halt alüüte


  • Christina am 25. Januar 2011 11:21 Uhr

    Galööri
    Chnupesaager
    Schnuderbueb


  • Sandra am 25. Januar 2011 11:43 Uhr

    äckegstabi
    dezidiere
    Modi
    bigoscht


  • Stephan am 25. Januar 2011 12:26 Uhr

    speditiv (da helvetismus, und niemand weiss es)
    pendenz (da helvetismus, und niemand weiss es)

    chrüsimüsi
    riitiplampi
    hudipfupf
    ghackets und hörnli („ghackets“ ist für einen deutschen schwerer auszusprechen als „chuchichäschtli“)


  • Thomas am 26. Januar 2011 9:47 Uhr

    Gelte (Zuber)
    Göppel (altes Gefährt, Velo, Auto etc.)
    Chlüpperli (Wäscheklammer)
    Schnörregiige (Mundharmonika)


  • Barbara Frolik am 26. Januar 2011 10:41 Uhr

    Äuäää und go poschte (das finden meine deutschen Kolleginnen und Kollegen immer so lustig).

    Und bei den Kanadiern sind das Chuchichäschtli und die Flädermuus top.


  • Tiziana Werlen Oberti am 27. Januar 2011 10:40 Uhr

    die strasse sind hüt aper (schneefrei)

    fern (letztes jahr)
    vor fern (vorletztes jahr)

    nächti (letzte nacht)


  • Fabian am 27. Januar 2011 11:23 Uhr

    schafreiti (vorratskommode)


  • Daniel am 30. Januar 2011 20:21 Uhr

    Angke (Butter)
    Schtaernefoeifi (???)
    aute Chlapf (altes Auto)
    Hopp da Baese! (mal los jetz!)
    hinderschi (rueckwaerts)
    Gloegglifrosch
    Gigu


  • Corinne am 24. März 2011 16:00 Uhr

    chrottig (gut)
    Bigudi
    betupft
    Tüpflischisser


  • Bruno am 15. August 2013 18:30 Uhr

    Riitigampfi
    Füdlitätsch
    Giireizle
    giggerig


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