Grammatik auf der Piste

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Es ist Winter, der Schnee ist gefallen und man düst auf Brettern die Pisten hinunter. Logisch. Dass die Grammatik mitfährt, ist hingegen nicht allen bewusst.

Auf meiner Lieblingsseite bin ich auf einen Sachverhalt gestossen, der gerade im Moment sehr wichtig ist. Und zwar geht es um Skipisten. Skigebiete werben ja unter anderem mit der Gesamtlänge ihrer Pisten, um damit möglichst viele Leute in das entsprechende Wintersportgebiet zu locken. Neben den Wellnessangeboten und der Skihüttendichte bedeutet dieser Parameter einigen sehr viel. Obwohl ich mir das gar nicht recht vorstellen kann, wenn da «300 Kilometer Piste» steht. Oder steht da eher «300 Kilometer Pisten»?

Bedeutungsunterschiede

Ich habe beides schon gesehen und beim ersten, also beim Singular, an eine lange, einsame Piste gedacht, die sich den Berg hinunterschlängelt und niemals aufhört. Und dann habe ich an meine brennenden Oberschenkel gedacht. Zum Glück ist auch mit dem Singular der Plural gemeint, es geht um die Gesamtanzahl Pistenkilometer, die das Wintersportgebiet aufweist. Klar, dass Sie das auch so verstehen, der Kontext hilft uns hier: Wir haben keine Berge, die so hoch sind, dass eine einzelne Piste 300 Kilometer lang sein könnte. Trotzdem wäre es richtig, den Plural zu setzen. Oder wenn man sich nicht sicher ist, einfach Pistenkilometer hinschreiben. So kann man den Fehler geschickt umgehen. Oder meinetwegen umfahren.

Ski oder Snowboard

Ich will hier keinen Wintersport-Dschihad vom Zaun brechen. Ich sage auch nicht, dass Snowboarder die interessanteren Menschen sind als Skifahrer und dazu noch besser aussehen. Ich kann nur schreiben, was ich sehe: Skigebiete. Immer nur Skigebiete. Obwohl da auch Snowboarder unterwegs sind. Sie sehen, die Sprache fährt immer mit, sie begleitet uns und gibt mir einen Grund, weiterhin Blogposts zu schreiben.

Allerdings nicht heute, denn heute mache ich selbst mal die Piste(n) unsicher.

Bild: Christopher Macsurak Fotopedia (by 3.0)



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