Jetzt wird Tacheles geredet

Library of an Interaction Designer (Juhan Sonin) / 20100423.7D.05887.P1 / SML

Von Tacheles über Chuzpe bis zu gut betucht und pleite sein: Woher kommen eigentlich diese Ausdrücke und was bedeuteten sie ursprünglich?

Zugegeben, das Wort «Chuzpe» ist in der Schweiz nicht so geläufig. Aber man liest es dann und wann. Aber Sie haben bestimmt schon das eine oder andere Mal «Tacheles» mit jemandem geredet. Also jemandem unverblühmt die Meinung gesagt. Ursprünglich kommt es vom jiddischen «Tachles», was Zweck bedeutet. Man kann also von einem «zweckmässigen Gespräch» reden. Kennen Sie zudem jemanden, der gut betucht ist? Oder eine Person, die pleite ist? All diese Wörter haben ihren Ursprung im Jiddischen. Auch wenn Sie «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» nicht gelesen haben, so sind Sie bestimmt schon mal mit Jiddisch in Kontakt gekommen.

Ganz nah am Deutschen

Das Jiddische ist die dem Deutschen nächstverwandte westgermanische Sprache, näher noch als das Englische oder das Niederländische. Sie kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die im Altertum begann, als sich jüdische Gemeinden in der römischen Provinz Germanien ansiedelten. Spuren davon finden wir heute noch in unserer Sprache, wir verwenden viele Ausdrücke jeden Tag. Haben Sie sich schon mal gefragt, ob «gut betucht» vom edlen Tuch kommt, in das man sich kleidet, wenn man genug Geld hat? Tut es leider nicht, es hat einen anderen Ursprung. Aber hören Sie selbst.

Bild: See-ming Lee auf Fotopedia (by-sa 3.0)



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