Die anderen sind Schuld

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Wie drücken Sie sich aus, wenn Sie Ihren Gesprächspartner wechseln möchten? Verlangen Sie jemand anderes oder jemand anders? Oder wollen Sie gar mit jemandem anderem sprechen?

Stellen Sie sich vor, Sie müssten wegen Ihres defekten Computers in Deutschland anrufen, erhalten beim Kundendienst nicht die gewünschte Info und möchten eine andere Person sprechen. Anders als in der Schweiz müssen Sie hier auf das Schweizerdeutsche verzichten, weil der Ostdeutsche im Callcenter Sie sonst nicht verstehen würde. Sie möchten mit jemand anders sprechen. Oder mit jemand anderem? Wie sagen Sie es richtig? In der Schweiz sind wir ja erpicht darauf, bei den nördlichen Nachbarn einen tadellosen Eindruck zu hinterlassen, wenn es um die Sprache geht. Wie sagen wir nun dem Callcenter-Agenten, dass wir nicht mehr mit ihm reden möchten?

Wie heisst es richtig?

Wie es Dr. Bopp erklärt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die richtig sind. Die beiden, die ich oben erwähnt habe, gehören auch dazu. Dasselbe gilt auch nach niemand oder wem/wer/wen: Niemand anders, niemand anderem etc.

Sie können in diesem Callcenter in Ostdeutschland also mit

jemand anders,
jemand anderem,
jemandem anders,
jemandem anderem,
jemand anderes und
jemandem anderes

sprechen. Die obersten beiden sind die üblichsten Formen. Nur mit jemandem anderen können Sie nicht sprechen, das ist nämlich falsch. So, und nun können Sie ganz ruhig den Telefonhörer in die Hand nehmen und in Deutschland herumtelefonieren. Für Österreich hilft es sicher auch, aber die reden da ohnehin ein seltsames Deutsch, das mir sehr oft noch Rätsel aufgibt.

Bild: Corrêa Carvalho auf Fotopedia (by 3.0)



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