Wie man mit «Bullshit» seine Konzentration erhöht

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Sie sitzen in Seminaren, umgeben von lauter Schlagwörtern und hören ständig Statements, die vor Floskeln nur so strotzen? Dann ist es Zeit für Bullshit-Bingo.

Von Medienkonvergenz über Relevanz bis zu Transparenz: In meinem Journalismus-Studium höre ich unzählige Schlagwörter. Immer die gleichen, bis sie tief in meinem Kopf verankert sind. Das kann in vierstündigen Vorlesungen sehr ermüdend wirken. Dank Bullshit-Bingo erreicht man spielerisch ein ganz neues Level an Aufmerksamkeit. Das Sprach-Spiel wirkt wie ein Aphrodisiakum für die Konzentration.

Worte statt Zahlen

Das Prinzip ist simpel: Anstatt Zahlen kommen die einschlägigen Phrasen in die 5×5 Kästchen einer grossen Bingo-Karte. Werden die Schlagwörter – in meinem Fall vom Dozenten – genannt, darf man sie durchstreichen. Hat man fünf in einer Reihe, Spalte oder Diagonale, steht man auf, ruft «Bingo» durch den Saal und hat das Spiel gewonnen. Je unangebrachter das Reinrufen, desto witziger.

Das Spiel entstand bereits vor 20 Jahren als Buzzword-Bingo in Kalifornien. Bekanntheit erlangte es unter anderem dank eines Dilbert-Comics. Es folgten eine Titelgeschichte im Wall-Street-Journal sowie eine Werbekampagne der IBM. Mittlerweile gibt es hunderte Websites, auf denen man selbst diese Bingo-Karten generieren kann.

Von Schalke bis Schweiger

Neben dem «traditionellen» Seminar-Bingo haben kreative Köpfe das Spiel für alle möglichen Situationen optimiert. Da gibt es zum Beispiel das Mama-Bingo für Muttersöhnchen. Für Fussballer, die dafür bekannt sind, dass sie des Öfteren zu Floskeln greifen, haben Schalke-Fans – nach einer schwachen Phase ihrer Mannschaft – ein Krisen-Bingo erstellt. Es funktioniert erstaunlich gut. Noch eine Stufe schwieriger und nur für Profis geeignet ist das Til-Schweiger-Tatort-Bingo. Apropos Schauspieler, das Schlusswort gebührt niemand Geringerem als Doppel-Oscar-Gewinner Christoph Waltz: Bingo!

Bild: Peter Rimar auf Wikimedia (by-sa 3.0)



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