Zu viele Anglizismen im TV

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Politiker kritisieren das SRF für die vielen englischen Ausdrücke. Zu Recht?

Gestern stolperte ich über eine Schlagzeile in der 20 Minuten: «Zu viele Anglizismen: Politik kritisiert das SRF». In diesem kurzen Artikel wird angerissen, dass sich Politiker, allen voran ein CVP-Nationalrat, über die vielen englischen Namen bei Fernsehsendungen aufregen und deshalb eine Interpellation eingereicht wurde.

Glücklicher Tag und die Stimme der Schweiz

Ich wollte im Titel eigentlich Fernsehen schreiben, jedoch wäre das Wort auf der zweiten Zeile gelandet, darum entschied ich mich für TV. Hoppla, auch Englisch. Obwohl es ja eigentlich Griechisch und Altfranzösisch ist; der Begriff dann aber auf dem englischen Weg zu uns zurückgewanderte.

Die Kritik richtet sich gegen Formate wie «Happy Day» und «The Voice of Switzerland». Aber: Bei Voice handelt es sich ursprünglich um ein lateinisches Wort, das über das Altfranzösische ins Englische eingewandert ist. Und Day kommt vom altenglischen dæg, das wiederum vom holländischen dag oder deutschen Tag abgeleitet wird. Happy geht etwas weiter zurück, das Wort wird in zwei Bestandteile zerlegt, wobei das Hap aus dem Norwegischen kommt. Englisch? Die Engländer müssen sich ja damals fürchterlich aufgeregt haben über all die Begriffe vom europäischen Festland.

Cool bleiben

Ich weiss, das ist ein wenig weit hergeholt, ganz konkret geht es den Politikern darum, weniger englische Ausdrücke im Schweizer Fernsehen zu haben. Auch Sprachwissenschaftler meinen, dass englische Begriffe nur dann sinnvoll sind, wenn es den Inhalt eines Formates am besten vermitteln kann. Und nicht einfach so. Aber irgendwie ist es mir egal, ich schaue sowieso kein TV. Wie sehen Sie das?

Bild: Kvanhorn auf Fotopedia

 



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