Business-Französisch: Standardphrasen für die nächste Mail auf Französisch

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Wie Sie in französischen Mails Ihre Adressaten ansprechen und wie Sie es vermeiden, alte Wunden aufzureissen.

«Bonschuur, issi Hugentobler. Schö schersche Mösiö Graanschaan.» Hoppla, was ist denn hier passiert? Keine Sorge, mein Französisch ist zwar etwas eingerostet, aber noch nicht ganz so holprig und hölzern. Nein, die oberste Zeile hörte ich vor gut einer Woche im Zug von Fribourg nach Bern, von einem Herrn im Abteil schräg gegenüber. Er fuchtelte während des Gesprächs wild mit seinem Kugelschreiber in der Luft herum und war aus irgendeinem Grund ganz aufgebracht. Das führte dann zu einem Schmunzeln und einem Gespräch mit meinem Sitznachbarn über das Fransää Federal.

Mehr als nur Französisch

Um in der französischsprachigen Welt Geschäfte zu machen, kann man natürlich auch Englisch reden: Es ist ein Mythos, dass die Franzosen kein Englisch können. Aber: Wenn man sich Mühe gibt und auf Französisch kommuniziert, kommt man einfach besser an. Darum haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie mit Ihrer nächsten Standard-Mail auf Französisch punkten können:

Anrede:

Anders als bei uns schreibt man nicht «Sehr geehrter Herr X/liebe Frau Y», sondern einfach nur «Monsieur» oder «Madame». Danach ein Komma und dann geht es auch schon los mit dem Text. Wenn man die Person besser kennt, dann darf man auch «Chère Madame Y» oder «Cher Monsieur X» schreiben. Sonst aber eher nicht. Falls Sie mal einer Botschafterin eine Mail schreiben möchten, dann müssen Sie sie mit «Madame l’ambassadrice» ansprechen (mehr Formen weiter unten).

Inhalt:

Ihr Anliegen muss inhaltlich sowie grammatikalisch korrekt sein, hier gibt es keine Standardphrasen. Es gelten dieselben Regeln wie in jeder anderen Sprache: Der Text sollte klar, verständlich und überzeugend formuliert sein. Wenn Sie eine Übersetzung oder einen neuen Text brauchen, helfen wir Ihnen gerne weiter.

Schlusswort:

Auch hier kommt es darauf an, wen Sie anschreiben. Im Normalfall geht das so:«Je vous prie d’agréer, Madame, Monsieur, l’expression de mes salutations distinguées.» Je nachdem, ob Sie aber einem höheren Beamten oder einem Regierungsmitglied schreiben, ändert sich das. Eine gute Übersicht findet sich auf der Seite des Nouvel Observateur. Die hochgestochenen Formen beziehen sich hier auf Frankreich. In der Schweiz kann man einfach «Meilleures salutations» oder «Cordiales salutations» schreiben.

Alte Wunden

Achtung: Falls Sie eine Mitteilung an Ihre Mitarbeiter schicken möchten, dann dürfen Sie in der Schweiz «Chers collaborateurs» schreiben. Tun Sie das bitte nicht in Frankreich. Denn dort ist «Collaborateur» eng mit den Kollaborateuren im Vichy-Frankreich verknüpft. Sagen Sie lieber: «Chers collègues», das ist weniger brisant. Bonne chance!

Bild: Chris Willis auf Fotopedia (CC BY 2.0)



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