Protokolle führen leicht gemacht: das Diktat

mic

Wenn schreiben zu viel Zeit frisst, sollte man Texte diktieren. Doch wer schreibt die Texte dann? Der Computer mit der Spracherkennungssoftware. Ein kleiner Ausflug in die Welt der Sprachtechnologie.

Sitzungen gehören bei vielen Berufen zum Alltag. Zu diesen Sitzungen gehören, zum Leidwesen der Schreiber, auch die Protokolle. Arztberichte sind ebenfalls eine Pein, wenn man sie abtippen muss, dasselbe gilt für Protokolle beim Gericht oder in Anwaltskanzleien. Könnte man nicht einfach das Gesprochene in Geschriebenes umwandeln? Doch, man kann. Mit Spracherkennugssoftware.

Klar, bei Sitzungen geht das nicht so leicht, da man sich im Protokoll auf die Hauptpunkte konzentrieren sollte und nicht jede Einzelheit einbauen muss. Man könnte jedoch blockweise die Inhalte zusammenfassen und diskret in ein Aufnahmegerät oder Smartphone sprechen, um sie danach von der Software schreiben zu lassen. Klingt futuristisch? Nicht wirklich.

Spracherkennungssoftware

Spracherkennungssoftwares sind Programme, mit deren Hilfe man unter anderem gesprochenen Text in ein schriftliches Dokument verwandeln kann. Während meiner Studienzeit als Übersetzer hatte ich mal den Auftrag, eine solche Software auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Zu diesem Zweck suchte ich mir einen Text und diktierte ihn am Computer ins Mikrofon. Das Programm erkannte, was ich sagte und schrieb es nieder. Mit erstaunlich wenig Fehlern.

Zeitersparnis durch Fachvokabular

Das Programm damals war Dragon NaturallySpeaking; das «Schreiben» mit dem Programm ging gut drei Mal so schnell wie von Hand, die Fehlerquote war halb so hoch wie beim Tippen. Das Programm selbst ist dazu noch lernfähig; das heisst, je mehr man diktiert, desto mehr gewöhnt es sich an die jeweilige Stimme, was zu weniger Fehlern führt und wiederum Zeit spart. Für Wörter, die das Programm nicht erkennt, gibt es ein Eingabefenster. So kann man laufend das Vokabular und damit die Zuverlässigkeit des Programms erweitern. Zusätzlich gibt es für Branchen wie Medizin oder Recht fachspezifische Programme, die bereits über einen Grundstock an Vokabular für den entsprechenden Bereich verfügen.

Gewonnene Zeit nutzen

Wenn Sie an Sitzungen immer wieder mal was in Ihr Smartphone diktieren können, sind Sie schneller wieder aufnahmefähig, da Reden nun mal schneller geht als Schreiben. Und danach müssen Sie den Text nur noch ein wenig anpassen, falls ein paar Dinge nicht ganz korrekt übernommen wurden. Dasselbe gilt für Arztberichte, die so nicht mehr in mühsamer Handarbeit abgetippt werden müssen. In beiden Fällen sparen Sie Zeit, die dann dafür anderen Aktivitäten zugute kommt. Offerten schreiben, Patientenbetreuung verbessern, neue Kunden gewinnen oder Kaffee trinken. Das Programm kann übrigens auch Befehle am Computer ausführen, zum Beispiel den Browser bedienen, ohne dass Sie die Maus in die Hand nehmen müssen. So können Sie per Mikrofon im Web surfen und uns eine Übersetzung diktieren.

Bild: Jan Kuča auf Fotopedia (CC BY 2.0)

 



Ähnliche Beiträge


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.