Überflüssiger Pleonasmus

apfelschimmel

Über doppelt gemoppelte Begriffe aus dem Alltag, die sich in unseren täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen haben.

Ein Pleonasmus ist eine rhetorische Erscheinung, die einen Sachverhalt doppelt beschreibt. Ein weisser Schimmel, ein alter Greis oder eine runde Kugel. Das Wort Pleonasmus stammt aus dem Griechischen und bedeutet Überfluss. Die oben erwähnten Beispiele sind Ihnen sicher bekannt. Doch es gibt auch weniger evidente Pleonasmen, die wir unbekümmert im Alltag verwenden, ohne eigentlich zu wissen, dass sie auch Pleonasmen sind. Eine kurze Liste:

Fusspedal

Pedal kommt aus dem Lateinischen und heisst Fusshebel.

Rückerstattung

Erstattung bedeutet bereits Rückzahlung.

PIN-Nummer/PIN-Code

PIN ist ein Akronym für «Personal Identification Number». Die Nummer ist in der Abkürzung schon drin, der Code demzufolge auch.

Aufoktroyieren

Oktroyieren bedeutet an sich schon aufzwingen, es gibt also keinen Grund, den Präfix «auf» hinzuschreiben.

Glasvitrine

«Vitre» bedeutet auf Französisch Glasscheibe, eine Vitrine ist ein Schaukasten aus Glas. Vitrine reicht also, das Glas können Sie streichen.

ISBN-Nummer

Ähnlich wie bei der PIN steht auch hier das N für Nummer: International Standard Book Number.

Kleiner Obolus

Ein Obolus ist in seiner ursprünglichen Bedeutung schon klein: Obolus kommt aus dem Griechischen und steht für eine kleine altgriechische Münze, im heutigen Gebrauch wird es als kleinerer Betrag, als kleinere Spende verstanden.

Aussenfassade

Die Fassade hat ihren näheren Ursprung bei «façade» und wird im Grand Robert als Aussenseite eines Gebäudes definiert. Sie können also ruhig Fassade schreiben, das reicht.

Kennen Sie noch mehr versteckte Pleonasmen? Wir nehmen Ihre Vorschläge gerne entgegen.

Bild: Wolfgang Staudt auf Fotopedia (CC BY 2.0). Umgangssprachlich ist das ein Schimmel. Pferdezüchter und Experten würden hier eher von einem Apfelschimmel sprechen, da dieses Pferd nicht ausschliesslich weisse Haare hat.

 



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4 Kommentare zu “Überflüssiger Pleonasmus”



  • Raphael Surber am 27. November 2013 10:28 Uhr

    Ein paar Klassiker aus der Alltagssprache:
    – schlussendlich
    – proaktiv
    – Düsenjet

    oder die weniger beachteten:
    – laut schreien
    – leise flüstern


  • mdf am 29. November 2013 18:46 Uhr

    Mit dem Kopf nicken


  • Mauro Werlen am 2. Dezember 2013 10:28 Uhr

    Ein sehr schönes Beispiel, vielen Dank.


  • Knoesebiel am 17. April 2015 9:00 Uhr

    Hallo!

    hier noch einige (aus der Website einer findigen Lektorin):
    nachfolgend
    Rückantwort
    lohnenswert
    Hinzu kommt:
    vorprogrammiert („pro“ heißt ja schon „vor“)
    … und noch die unvermeidlichen Neuzugänge aus dem digitalen Zeitalter:
    CD-Disc
    PC-Computer

    Pleonasmen entstehen auch auf Satzebene (vgl. das Beispiel oben von mdf), u.a. im Rahmen sogenannter Funktionsverbgefüge:

    die Erlaubnis, etwas zu dürfen
    die Fähigkeit/Möglichkeit, etwas zu können
    die Absicht, etwas zu wollen
    die Pflicht, etwas zu müssen

    oder auch:

    „Er wird es doch nicht wagen, sich das zu trauen“ o.Ä.
    – Man könnte ewig so weiter machen!

    Interessant hierzu ist jedenfalls dieser Artikel, da lernt man noch mehr über Pferde:
    http://juttas-schreibtipps.blogspot.de/2007/04/tautologie-vs-pleonasmus.html


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