Zeig mir dein WhatsApp und ich sage dir, wer du bist

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Kennen Sie das? Sie bekommen eine Textnachricht – vorzüglicherweise über WhatsApp – und wissen, wer Ihnen schreibt, ohne erst den Absender sehen zu müssen. Wir haben eine WhatsApp-Typologie erstellt.

Das Fremdsprachentalent

Er/Sie ist schon um die halbe Welt gereist, kennt sich mit fremden Kulturen aus und spricht fünf Sprachen fliessend (oder so ähnlich). Deswegen schreibt das Fremdsprachentalent statt «merci viilmal» gerne mal «grazie mille» und statt «guet Nacht» wird «bonne nuit» getippt (klingt doch gleich viel romantischer). Das Fremdsprachentalent gibt es übrigens auch in der Light-Version – das wären dann die Aargauer, die im Bündner Dialekt schreiben (warum auch immer) oder die Zürcher, die mittels Berner Dialektwörter Sympathiepunkte gewinnen möchten.

Der Minimalist

Dieser (meist männliche) Kandidat beschränkt sich auf das Wesentliche im Leben – auch bei Textnachrichten. Wenn er etwas gefragt wird, antwortet er meistens mit «ja», «nein», «ok» oder «weiss nicht». Den Vorwurf, er sei tippfaul, lässt der Minimalist nicht gelten, denn schliesslich hat er ja geantwortet.

Die Smiley-Liebhaberin

Hier wiederum handelt es sich meistens um (junge oder junggebliebene) Frauen. Da wird nicht nur die Status-Mitteilung mit lustigen Herzchen, Kätzchen und Schneeflöckchen dekoriert, sondern auch jede einzelne Textnachricht. Die geheimnisvolleren Zeitgenossinnen ersetzen einzelne Begriffe auch gerne mal durch Smileys, und lassen dabei viel Raum für Interpretation – oder Missverständnisse.

Der Dudentreue

Dieser Gesprächspartner hält nichts von Nachrichten in Mundart, respektiert die Gross- und Kleinschreibung, korrigiert Tipp- und Grammatikfehler, indem er die korrekte Version der Nachricht noch hinterherschickt und ist ein treuer User der Duden-App. Smileys würde er nie verwenden, denn schliesslich wird damit nur von den wirklich wichtigen Informationen abgelenkt.

Der Fotograf

Er fotografiert und verschickt so ziemlich alles, was er gerade tut und sieht – nur leider meist ohne viel Text. Den Kamillentee auf dem Schreibtisch (= «Mir gehts wieder mal nicht so gut») oder den schwarzen Kaffee (= «Hatte gestern wieder mal eine fette Party»), den Zürcher Hauptbahnhof (= «Ich hab jetzt Feierabend, und du?») oder den Strand von Ko Samui (= «Hach, ist es schön hier in den Ferien»), wenn möglich noch mit Instagram aufgepeppt.

Haben Sie sich oder Ihre KollegInnen wiedererkannt oder möchten Sie unsere Liste ergänzen? Wir sind gespannt :-)

 



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