Die Schweiz wagt den sprachlichen Alleingang und lanciert Schweizerdeutsch als offizielle Landessprache

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Bern, Schweiz (stm) – Wenige Wochen nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative der SVP erklärt der Bundesrat Schweizerdeutsch überraschend als neue offizielle Landessprache.

Der Bundesrat macht Ernst mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative. Erste konkrete Massnahme: Das Schweizerdeutsche löst per sofort das Hochdeutsche als offizielle Schweizer Landessprache ab. In der gemeinsamen Erklärung heisst es, die nationale Identität solle dadurch gestärkt und die Schweiz für Einwanderer weiter unattraktiv gemacht werden.

SVP-Präsident begrüsst das Vorgehen

Toni Brunner äusserte sich auf Anfrage bereits in der neuen Landessprache: «Wen üsi Schwiiz glaubhaft dä Alleigang wage möcht und sich do demit selbstbewusster gegenüber de EU behauptet, dänn isch die Massnahm z’begrüesse.» Nationalrat Christoph Blocher bläst ins gleiche Horn: «Loset Sie emol, endlich hät de Bundesrat begriffe, das mir vor Brüssel und Berlin nöd müend de Grind iizie.»

Schockiert auf die Meldung reagiert die Linke, allen voran die Parteispitze der SP, die sich für einen EU-Beitritt stark macht. Christian Levrat: «Das ist lächerlich. Und ein Affront an die Romandie. Diese Massnahme beschränkt weder die Zuwanderung, noch hilft sie uns sonst weiter. Sie zeigt allein die Beschränktheit unserer Regierung.»

Übergangsfrist bis 2015

Auf Nachfrage von Supertext, ob es sich um einen Scherz handelte, erhielten wir die Bestätigung, dass es dem Bund ernst sei. Und zwar im Rahmen eines kantonalen Pilotprojektes, das im Kanton Zürich ausprobiert und – sofern erfolgreich – für die gesamte Deutschschweiz angewendet werden soll. Hintergrund dieses Projektes sei die neue politische Stossrichtung der Schweiz, sich in Europa auf den Alleingang vorzubereiten und diesen auch durchzusetzen.

Was bedeutet die Umstellung?

Sprache bedeutet auch immer Identität. In einem Fall, in dem die Schweiz sich von Europa abschottet und sich auf die eigene Identität zurückbesinnt, ist es nur konsequent, sich Gedanken über die offizielle Sprache zu machen. Ob dies zum Erfolg führen wird, bleibt dennoch fraglich.

Bild: Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

 



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Ein Kommentar zu “Die Schweiz wagt den sprachlichen Alleingang und lanciert Schweizerdeutsch als offizielle Landessprache”



  • Thomas Wedde am 1. April 2014 13:34 Uhr

    Der Artikel beschreibt nur einen Teil einer bislang im Hintergrund agierenden, länderübergreifenden Initiative: Dahinter steckt eine ausgeklügelte Strategie, das Verbreitungsgebiet der alemannischen bzw. westoberdeutschen Dialekte zu einer autonomen Region zu vereinigen. Das Gebiet umfasst Teile der Schweiz, Baden-Württemberg, Bayern, Elsass, Österreich (hier: Vorarlberg, Außerfern), Liechtenstein, Italien (hier: Piemont) und Venezuela (Colonia Tovar) und wäre aufgrund der hohen Industriedichte als eigenständiger Staat ein starkes Stück Europa!


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