Cowboy_Stiefel

Was eine aufgebrachte Hausfrau mit dem Fettnäpfchen zu tun hat

In diesem Post erklären wir Ihnen, woher die Redewendung ins Fettnäpfchen treten stammt. Und – was fast noch wichtiger ist – wie Sie sich elegant aus der Affäre stehlen können, wenn Sie in ein solches Näpfchen getreten sind.

Vorgestern bin ich mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten. Ich habe jemanden kennengelernt, dessen Name Maurus ist. Verständlicherweise kamen wir gut ins Gespräch, mein Name ist ja eng mit Maurus verwandt. Aber dann sagte ich Folgendes: «Der Tradition nach nennt man den Erstgeborenen in einer Werlen-Familie Maurus, zumindest bei uns im Lötschental. Aber meine Eltern wollten mir Maurus nicht antun, darum nannten sie mich Mauro.» Nach einer kurzen Gesprächspause merkte ich, was ich getan hatte. Dann drehte ich mich um und plauderte mit seiner Begleiterin, in der Hoffnung, die Peinlichkeit würde sich von selbst in Luft auflösen. Wenn ich heute darüber nachdenke, finde ich es aber gar nicht mehr so schlimm, denn Maurus verhielt sich wie ein blasierter Wichtigtuer. Trotz meiner nachträglichen Belustigung bin ich in jenem Moment aber in ein Fettnäpfchen getreten.

Wurst und Stiefelfett

Wir treten alle hin und wieder mal in ein Fettnäpfchen, es gibt ja so viele davon. Doch was hat es mit der Redewendung auf sich, woher kommt sie? Die Redewendung ins Fettnäpfchen treten heisst «durch eine unüberlegte Äusserung es mit jemand verderben; durch ungeschickte Bemerkungen oder Handlungen jemand kränken, verstimmen bis beleidigen» und stammt aus dem Erzgebirge, wie Georg Schwedt in seinem Buch «Wenn das Gelbe vom Ei blau macht» schreibt. Weiter, so Schwedt, stammt der Begriff wohl daher, dass in den Bauernhäusern der Region zwischen Tür und Ofen ein Napf mit Fett stand, um nasse Stiefel vor dem Trocknen sofort schmieren zu können, damit das Leder nicht brüchig wurde. Das Fett stammt, je nach Quelle, von Würsten und Speckschwarten, die Neben dem Ofen hängten und dort durch die Wärme «schwitzten». Wer den Napf mit kostbarem Fett verschüttete und damit auch Fettflecken verursachte, zog sich laut Schwedt «den Unwillen der Hausfrau zu.»

Ich stelle mir eine aufgebrachte, stämmige Bauernfrau aus dem 19. Jahrhundert vor, die – vom Unwillen getrieben, den ich verursacht habe – mit einer Holzkelle auf mich zustürmt und mir Prügel droht. Ein Bild, das mich einerseits vor Furcht erstarren lässt und andererseits zum Lachen bringt. Und ein Bild, das uns weiterbringt.

Eleganter Abgang

Das Bild der aufgebrachten Bauernfrau können Sie zu Ihren Gunsten nutzen: Denken Sie beim nächsten Tritt in das Fettnäpfchen einfach an die aufgebrachte Dame, lachen Sie innerlich und gehen Sie dann gekonnt in die Offensive, um den Ursprung der Redewendung zu erklären und sich elegant aus der Affäre zu stehlen.

Titelbild via Pexels (CC0)



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