Top secret: Berühmte Geheimschriften

Letzthin habe ich mich auf ein neues Experiment eingelassen: Ich hab einen HTML-Workshop besucht, von niemand geringerem unterrichtet als unserem Chef vom System, Rémy. Beim Versuch, die Befehle in der Programmiersprache richtig zu schreiben, ist mir die Ähnlichkeit von HTML mit einer Geheimschrift aufgefallen.

Diese und letzte Woche waren ein paar von uns Supertextern zusammen mit einigen externen Interessenten bei Rémy im HTML-Kurs. Dabei hab ich vieles gelernt, unter anderem dies: HTML funktioniert eigentlich wie eine Geheimschrift, zumindest für uns Laien. Cracks wie Rémy können HTML wahrscheinlich problemlos «lesen», ich aber muss erst Mal den Entzifferungsschlüssel (die Kursunterlagen) hervornehmen, um zu verstehen, was genau gemeint ist. Und ich bin überzeugt: So wie mir geht es allen, die schon mal eine Geheimschrift entziffern mussten. Für den Fall, dass Sie auch mal in diese Situation kommen, habe ich Ihnen hier Informationen zu drei wichtigen und weit verbreiteten Geheimschriften zusammengetragen.

Caesars Geheimschrift und ROT1

Eine sehr häufig verwendete Geheimschrift ist eine, die schon Julius Caesar verwendet hat. Dabei gibt es 26 Geheimziffern, die aus den Buchstaben des Alphabets bestehen, wobei sie aber natürlich jeweils für einen anderen Buchstaben stehen als für den, den sie normalerweise darstellen. Veranschaulichen lässt sich dies mit zwei Kreisen (oder Rädern), auf denen die Buchstaben stehen, und die man dann rotieren kann. Die einfachste Version dieser Geheimschrift ist ROT1. ROT1 steht für «rotate 1 letter forward through the alphabet», also: B steht für A, C für B, D für C etc. Das Blöde an dieser Geheimschrift ist, dass man eine darin verfasste Nachricht ziemlich schnell entschlüsselt hat, wenn man mal weiss, wohin man das Rad rotieren muss. Falls das jemand mal selber ausprobieren möchte: hier gibts das Material zum Basteln.

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«Transposition» (Umgruppierung)

Eine andere Art der Verschlüsselung ist die sogenannte «Transposition». Dabei werden Buchstaben umgestellt. Z. B. kann man alle Wörter verkehrt herum schreiben. «Wir legen ein gutes Wort für Sie ein» wird dann «Riw negel nie setug Trow rüf Eis nie». Das ist allerdings auch sehr einfach. Schwieriger wirds, wenn man Buchstabenpaar vertauscht. Das sieht dann so aus: «Iw lr ge ne ie gn tu se ow üf sr ei ie n» (auf die Grossschreibung hab ich jetzt hier der Einfachheit halber verzichtet).

Und hier noch etwas zum selber Herausfinden: Us ep tr xe dt re an em si pt or rg ma m

ENIGMA

Wohl eine der berühmtesten Geheimschriften war die, die mittels der ENIGMA produziert wurde. Die ENIGMA ist eine im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen entwickelte Verschlüsselungsmaschine. Sie sieht aus wie eine Schreibmaschine und funktioniert auch so, nur dass die Buchstaben, die man drückt, nicht denen entsprechen, die dann im Text erscheinen. Nebst den Tasten gibt es ein zweites Alphabet auf der Maschine, bei dem die Buchstaben beleuchtet werden können. Wenn man eine Taste drückt, leuchtet der Buchstabe auf, der auch in der verschlüsselten Nachricht erscheint. Das Verschlüsselungssystem ist sehr kompliziert und ändert sich bei jedem Buchstaben (so dass eine Entschlüsselung wie bei ROT1 nicht möglich ist). Die ENIGMA war ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kriegsführung, auch wenn es den Alliierten (allerdings nur mit hohem Aufwand) immer wieder gelang, die deutschen Funksprüche zu entschlüsseln. Das Thema wird aktuell wieder aufgegriffen im Film The Imitation Game mit Benedict Cumberbatch (who else…).

Titelbild via Flickr: HTML Code – Marjan Krebelj (CC BY 2.0)

Bild, Caesars Geheimschrifft: via Stop Kids Magazin



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