«Mahlzeit» – Was das soll und was man darauf antwortet (oder nicht)

Seit ich in Berlin arbeite, schleudert mir regelmäßig jemand das Wort «Mahlzeit!» entgegen. Und da ich in fünf Jahren Schweiz zur Höflichkeit erzogen wurde, sage ich dann «Danke» oder «Gleichfalls». Woraufhin ich schräge Blicke ernte. Aber was sagt man denn bloß? Und: Was bedeutet das denn bloß?

Zuerst muss ich mich outen: Ich war der festen Überzeugung, dass diese (sorry) Unsitte, sich mit «Mahlzeit» zu grüßen, aus Berlin stammt. Stimmt aber nicht, «Mahlzeit» wird vor allem im Westen Deutschlands und außerdem in Österreich gesagt. Und zwar hauptsächlich um die Mittagszeit. Oder manchmal auch morgens. Abends geht auch. Oder nie. So mache ich es. Und ich persönlich komme ja aus dem Westen, dass es westlicher fast nicht mehr geht. Aber gut, Wikipedia, was du sagst, ist Gesetz, also bitte.

Vielseitig einsetzbar

Aber was bedeutet es denn nun? Die Antwort ist: so einiges. Ist nämlich ein richtig praktisches Wort, dieses «Mahlzeit».

Einsatzmöglichkeiten sind:

  • Na, du bist aber spät dran.
  • Ganz toll gemacht. (Achtung, das ist ironisch gemeint. Also eigentlich: Gar nicht toll gemacht, Sie Tollpatsch.)
  • Hallo.
  • Essen fassen! (Zeit fürs Mahl also, logisch. Das ist meine Lieblingsbedeutung.)

Die Liste ist natürlich nicht abschließend. Aber Sie sehen schon: «Danke» ist tatsächlich für keine der genannten Optionen die korrekte Antwort. Was nämlich fehlt, war meine Interpretation des Grußes als «Guten Appetit». Es wünscht mir aber gar niemand einen guten Appetit. Na, vielen Dank! (Oh Moment, geht danke vielleicht doch?)

Die Antwort kann so simpel sein

Ich habe in unserem Coworking Space eine (nicht ganz repräsentative) Umfrage durchgeführt. Ein Berliner und neun Nicht-Berliner wurden gefragt: Was antwortet man auf «Mahlzeit»? Zehn von zehn Befragten haben geantwortet: «Mahlzeit». Achso! So einfach! Zu einfach, für meinen Geschmack. Außer natürlich, man ist ein Papagei.

Daher meine Frage an Sie: Was antworten Sie auf «Mahlzeit»? Oder antworten Sie überhaupt? Benutzen Sie es? Und wofür? Ich bin gespannt auf – gerne auch nicht ganz ernstgemeinte – Vorschläge.

Das Titelbild ist aus einem Sketch von Gerhard Polt. Bei 1:15, das bin dann wohl ich.



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