Big City Life – Supertexte jetzt aus London

Ich bin temporär umgezogen. Von Zürich in eine «richtige» Weltstadt. Heute erzähle ich, wieso ich hier bin, was ich hier mache und wie es mir hier geht.

Mein Freund hat gesagt, ich solle diesen Blogartikel auf gar keinen Fall «London calling» nennen. Das würden schon alle auf Facebook in ihr Status-Update schreiben, wenn sie nach London reisen. Dänn halt… Tatsächlich war es ja auch gar nicht so, dass London mich gerufen hat. Es hat gewissermassen ihn gerufen (gut, er hat angeklopft bei der LSE, und sie haben gesagt, sie würden ihn nehmen, zumindest für ein Jahr), und ich bin einfach auf diesen Zug mitaufgesprungen.

Homeoffice

Nun bin ich seit knapp zwei Wochen hier. Ich hab mich schon einigermassen gut eingelebt. Was gar nicht so einfach war, denn ich habe nicht nur meinen Wohnort, sondern auch den Job gewechselt. Nach zwei Jahren als Projektleiterin bei Supertext wollte ich wieder mehr mit der Sprache an sich zu tun haben. Daher arbeite ich nun zwar weiter für Supertext, aber jetzt als Übersetzerin, Korrektorin und Texterin. Das ist in vieler Hinsicht unheimlich praktisch: erstens musste ich mir nicht mühsam einen Job in London suchen, zweitens kenne ich die bestehenden Kunden von Supertext bereits, und drittens braucht man zum Übersetzen, Korrektur lesen und Texten nichts als ein Notebook, die eine oder andere Software und Internet. Der perfekte Job also, um vom Homeoffice aus zu arbeiten!

Traditionsliebe und ihre Tücken

Natürlich ist vieles anders hier. Die Briten lieben Tradition und Geschichte. Anders gesagt: sie hängen an alten Dingen. So sehr, dass sie nur so wenig wie möglich sanieren oder ersetzen. So erkläre ich mir zumindest die Tatsache, dass die Heizung in unserem Badezimmer nicht funktioniert. Und dass im Wohnzimmer neben dem Fernseher eine Antenne steht (ja, ich bin tatsächlich schon vom Sessel aufgestanden, um die Fühler in eine andere Richtung zu lenken, in der Hoffnung, das Bild werde besser). Ein WiFi gibts hier zwar, aber irgendwie versteht es sich nicht so gut mit meinem Notebook, weshalb wir ein Netzwerkkabel verlegt haben. Der Kaffee kommt nicht aus einer Maschine, sondern aus der Caffettiera. Dafür ist der Wasserkocher natürlich hochmodern – man kann wählen, ob man 70, 80, 90 oder 100 °C warmes Wasser möchte.

Aber es ist alles nicht so schlimm, wie es jetzt vielleicht tönt. Diese Superstadt, in der etwa so viele Menschen wohnen wie in der ganzen Schweiz, bietet genug, um die kleinen Alltagsübel wieder wettzumachen: Essen aus der ganzen Welt, Flohmärkte en masse, weitläufige Parks (49 % Grünfläche!), gratis Museen, spektakuläre Wachablösungen – ein Jahr wird wohl gar nicht ausreichen, alles zu erkunden. Aber ich werde mein Bestes geben, und gerne hin und wieder darüber berichten. Pip pip!

supertext_london

Bilder: Fotos via Melanie Keller



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