Chuchichästli

15 schwizerdütsche Sprichwörter und Redewendungen, die wir in Berlin auch unbedingt brauchen

Holladioooo!

Schweizer sind trocken und langweilig, «bünzlig» sozusagen? Mitnichten! Diese 15 sprachlichen Wendungen zeigen, dass seit jeher ganz schön viel Kreativität im Alpenland steckt.

Nützt’s nüt so schadt’s nüt.

Übersetzung: Nützt es nichts, so schadet es auch nicht.

Bedeutung: Wir wissen zwar nicht, ob wir erfolgreich sein werden – probieren es aber trotzdem aus.

Jetzt isch gnueg Heu dune!

Übersetzung: Jetzt ist genug Heu unten!

Bedeutung: Jetzt reicht es!

Das schläckt kei Geiss wäg.

Übersetzung: Das leckt keine Ziege weg.

Bedeutung: Das ist einfach so, dagegen ist nichts zu machen.

S’hät solangs hät.

Übersetzung: Es hat, solange es hat.

Bedeutung: Nur solange Vorrat, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Bis dänn flüsst na viel Wasser dLimmat durab.

Übersetzung: Bis dahin fliesst noch viel Wasser die Limmat runter.

Bedeutung: Das ist noch lange weg, in ferner Zukunft.

Bi de Riiche lernt mä spaare.

Übersetzung: Bei den Reichen lernt man sparen.

Bedeutung: selbsterklärend

Chasch nöd de Füfer und sWeggli ha.

Übersetzung: Du kannst nicht den 5-Räppler (Münze) und das Weggli (Brötchen) haben.

Bedeutung: Du musst dich jetzt entscheiden, du kannst nicht alles haben.

De Schnäller isch de Gschwinder.

Übersetzung: Der Schnellere ist der Geschwindere.

Bedeutung: siehe «S’hät solangs hät.»

Das macht de Bratä nöd feiss.

Übersetzung: Das macht den Braten nicht fett.

Bedeutung: Das macht kaum etwas aus, dadurch erreicht man keine Verbesserung.

De Gschiider git nah, de Esel bliebt stah.

Übersetzung: Der Schlauere gibt nach, der Esel bleibt stehen.

Bedeutung: Es ist besser, von seinem Standpunkt abzurücken, wenn dadurch eine Einigung erzielt werden kann, statt stur daran festzuhalten.

Er isch am Tüfel vom Charre gheit.

Übersetzung: Er ist dem Teufel vom Wagen gefallen.

Bedeutung: Kleinkrimineller, Nichtsnutz, Tunichtgut

Das isch alles für d’Füchs (FF)

Übersetzung: Das ist alles für die Füchse.

Bedeutung: Das ist alles vergebens, viel Aufwand für nichts.

Hopp dä Bäse!

Übersetzung: Los der Besen!

Bedeutung: Los jetzt! Mach vorwärts!

Wänn jedä für sich luegt, isch für all gluegt.

Übersetzung: Wenn jeder für sich selbst schaut, ist für alle geschaut.

Bedeutung: Alle sollen für sich selbst sorgen, jeder ist seines Glückes Schmied.

Ich zeig der, wo de Bartli de Most holt.

Übersetzung: Ich zeige dir, wo Bartli das Geld holt.

Bedeutung: Ich zeige dir, wo der Hammer hängt, wo es lang geht. Über die Herkunft des Sprichworts haben wir bereits einmal berichtet.

In diesem Sinne: Grüezi und einen lieben Gruss an unsere Kollegen in Zürich.

Titelbild via Wikipedia: Kecko – Restaurant in Andermatt (CC BY 2.0)



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10 Kommentare zu “15 schwizerdütsche Sprichwörter und Redewendungen, die wir in Berlin auch unbedingt brauchen”



  • Thomas Richers am 25. November 2016 11:36 Uhr

    Ein Komma zuviel. Zum Teil wacklige Interpretation der Bedeutungen.


  • Fabio Schmuki am 1. Dezember 2016 11:38 Uhr

    Guten Tag Herr Richers
    Danke für das Feedback. Wo sehen Sie denn Verbesserungspotenzial? Bezüglich Komma konnten wir auch beim erneuten Korrekturlesen keinen Fehler finden.


  • Erwin Schönholzer am 31. Juli 2018 11:17 Uhr

    Schöne Zusammenstellung. Wie es so ist … das «aber», … die Fassung in Züridütsch schmerzt. Aber das würde es die Verfasser vermutlich ebenfalls, wenn ich die Redewendungen in mein Baseldytsch umschreiben würde. Apropos, in die Liste würde das typische Baselbieter «Mir wei luege» passen.


  • Sophie am 1. August 2018 0:46 Uhr

    Beim Braten fehlt noch ein „au“ (auch) – und, Schweizerdeutsch besteht nicht nur aus Züridütsch…


  • Eve am 7. Dezember 2020 13:00 Uhr

    Das Komma ist zuviel bei:
    Bei den Reichen lernt man, zu sparen. Richtig wäre: Bei den Reichen lernt man zu sparen.


  • Angela Lanza-Mariani am 7. Dezember 2020 17:29 Uhr

    Hallo Eve

    Beim einfachen Infinitiv ist das Komma fakultativ. Wir finden den Satz ganz ohne Infinitivgruppe aber noch lesbarer und haben ihn deshalb angepasst.

    Supergrüsse
    Angela


  • Thabana am 14. Dezember 2020 23:16 Uhr

    @Sophie, wir in Züri verwenden tatsächlich drei Varianten:
    „Das macht dä Bratä nöd feiss.“
    „Das macht dä Bratä au nöd feiss.“
    „Das macht dä Bratä au nöd feisser.“


  • Marta Müller am 8. April 2021 16:51 Uhr

    hallo
    woher kommt oder bedeutet : de dräck unds einefüfzgi?
    grüsse Marta


  • Angela Lanza-Mariani am 9. April 2021 8:47 Uhr

    Hallo Marta

    Das lässt sich etwa gleichsetzen mit «Da haben wir den Salat»: Man hat sich in eine unangenehme Lage manövriert. Das Rätsel über die Herkunft konnten wir – wie oft bei Redewendungen – nicht zu Ende lösen. Hast du eine Idee?

    Supergrüsse
    Angela


  • Felipe am 18. April 2021 9:48 Uhr

    „S’hät solangs hät“ und
    „De Schnäller isch de Gschwinder“, bedeutet nicht das Gleiche! S’hät solangs hät = 10 Personen sind in einem Raum und es gibt mehrere Brötchen zum Essen. Sagt man: Es hat, solange es hat (Anzahl der zu holenden Gegenstände). Heisst die Personen essen, bis es keine Brötchen mehr hat. De Schnäller isch de Gschwinder = 10 Personen in einem Raum und es hat nur 1 Brötchen. Dann ist der schnellste von den 10 Personen der „Geschwindere“.. der Schnellere!


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