Modeglossar: Was heisst eigentlich «casual»?

«Casual», «Smart Casual», «Business Casual» und sogar «Creative Casual» – Dresscodes sind den meisten Menschen ein Rätsel. Und meistens auch egal. Bis sie als Forderungen in Einladungen auftauchen – und man plötzlich merkt: Hier hilft eine einfache Übersetzung nicht weiter. Expertenwissen muss her.

An dieser Stelle hätte ich natürlich gerne Karl Lagerfeld als Erklärbär hinzugezogen. Sogar ein «Rea Caneve? Die kenne ich nicht, in Paris war die nie!» hätte ich für ein Statement in Kauf genommen. Leider hat Herr Lagerfeld bekannterweise gerade wichtigere Dinge im Kopf, und so ist die Business-Mode-Expertenrolle auf mich zurückgefallen.

Könnnen Sie kniggen

Aber keine Sorge, ich kann das. Fast fünf Jahre lang habe ich Produkttexte diverser Kollektionen für einen Onlineshop verantwortet. Und weil Unique Content auch nach dem einhunderteinundzwanzigsten blauen Jeanshemd nicht an Wichtigkeit verliert, habe ich mich mit allen – wirklich allen – möglichen Mode-Anglizismen und ihren Abstufungen beschäftigt.

Dieses großartige Wissen teile ich gerne mit Ihnen. Mögen die Kniggetipps für weniger Kopfzerbrechen sorgen – bei der Betextung des nächsten Jeanshemds oder der Kleiderwahl beim nächsten Business-Event mit Dresscode.

Heute starten wir mit dem Begriff „casual“:

Casual

Heisst übersetzt: Lässig, ungezwungen. Heisst nicht: Jogginghose. Jeanshemd, Jeans und Chinos hingegen sind erlaubt. Mit casual ist Kleidung gemeint, die man auch in der Freizeit anzieht. Der Rahmen ist weniger formell, soll aber auch nicht an ein binge-watchendes Wochenende auf dem Sofa erinnern.

Business Casual

Business Casual ist nicht zu verwechseln mit casual. Dieser Dresscode hat eine repräsentative Funktion. Der Anzug darf mit Polohemd, der Blazer mit lockerer Chinohose kombiniert werden. Die Jeans muss aber im Schrank bleiben. Auch Flip-Flops und Sneaker sind Tabu. Zumindest in Europa. In den USA sieht man das entspannter, hier können sogar kurze Hosen gefragt sein.

Smart Casual (come as you are)

Hier geht es nicht um Ihren Intellekt, sondern einen stilvollen Spagat zwischen gehoben und leger. Der Begriff „smart“ bedeutet auf Englisch nicht nur „schlau“ sondern auch „schick“. Formal ist ein klassisches Business Outfit gefragt – die Krawatte darf aber weggelassen werden. Zu Smart Casual zählt quasi alles, was man auch zu einer Veranstaltung direkt nach Büroschluss tragen würde. In kreativen Branchen ist der Begriff auch als Creative Casual geläufig. Sehr kreativ.

Alles klar? Dann testen Sie doch einmal Ihre Stilsicherheit beim Business-Mode Quiz drüben beim Manager Magazin. Alles klar und weiterhin egal? Warum ein Dresscode tatsächlich nützlich sein kann, erklärt der Spiegel.

Titelbild via Flickr: Vintage Rider



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