Was taugt die «Jodel»-App im Marketing?

Jodel App Marketing

Jodel ist ein Tummelfeld für Wortakrobaten. Also genau unser Ding. Aber hat die Kult-App auch Potenzial für Ihr Marketing?

Wer noch nie davon gehört hat, gehört zum alten Eisen: Die App sorgt vor allem an den Unis seit Längerem für Furore. Mittlerweile auch darüber hinaus. Das Prinzip ist einfach: Jeder Nutzer kann anonymisierte Kurznachrichten an die lokale Community (Umkreis ca. 10 km) jodeln. Von dieser wird er dann kommentiert, up- oder downgevoted. Je mehr Likes, desto mehr Karmapunkte gibt es auf das Konto. Der Spiegel bezeichnete Jodel einst als digitale Klowand zum Vollkritzeln. Und das trifft es ziemlich gut. Eine laufende Liste der besten Beiträge ist auf Facebook zu finden.

Entwickelt wurde die App von der Berliner The Jodel Venture GmbH. Diese hat vieles richtig gemacht: Mehrere Millionen Nutzer von Spanien bis Schweden konnten gewonnen werden. Und namhafte Geldgeber wie die Samwer-Brüder, Besitzer von Zalando und Home24. Es fehlt nur noch eins: ein Ertragsmodell. Denn egal, wo man auf der App hinblickt, Werbung ist keine zu sehen. Und die Installation ist (natürlich) kostenlos.

Warum man keine Werbung jodelt

Ja, wieso denn? Schliesslich funktioniert das von Facebook bis LinkedIn doch einwandfrei. Es gibt verschiedene Gründe. Die Community basiert auf der Anonymitäts-Idee, personalisierte Online-Werbung würde dem also widersprechen. Auch geben die Nutzerdaten für Werbezwecke zu wenig her, denn Angaben wie Namen, Alter und Geschlecht machen die User nirgends. Ausserdem ist die Kernzielgruppe nach wie vor die Studentenschaft. Und die ist kommerziell eher wenig interessant.

Aber vielleicht Inhalt?

Klassische Werbung kommt also nicht in Frage. Und die sehr eng gefasste geografische Eingrenzung stellt auch für das Content Marketing ein Problem dar. Trotzdem kann Jodel – in bestimmten Fällen – eine Ergänzung im Kommunikationsmix sein. Dann nämlich, wenn man als Teil der örtlichen Community selbst mitdiskutieren kann. Als lokaler Anbieter wie Restaurant oder Coiffeur-Salon etwa. Dazu braucht es aber eine herausragende Textqualität. Auf Jodel kommt nämlich nur an, was gewitzt ist. Und bloss nicht nach klassischer Werbung riecht. Ein Beispiel aus Thüringen:

Beim Burger Store habe ich mich ja immer gefragt, nach welchem Prinzip die die Filialen gründen. Stockholm, Amsterdam gut. Und als dritte Stadt sagt der Zufallsgenerator: Jena! #egalsschmecktgeil

In diesem Stil für stetigen Diskussionsstoff rund um das eigene Wunschthema zu sorgen, ist anspruchsvoll. Es braucht einen begnadeten Texter und viel Zeit. Dafür bietet Jodel eine Plattform, auf der sich nicht schon Hunderte Konkurrenten herumtreiben.

Titelbild via Pexels (CC0)



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