Machen Sie beim Schreiben das Maul auf

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Ist die geschriebene Sprache eine andere als die gesprochene? Häufig ja. Leider.

Beim Schreiben tun sich viele Menschen schwer. Dabei haben wir es alle in der Schule gelernt. In der Praxis sieht das aber meist so aus: Der Stift ist in der Hand bzw. das Dokument auf dem Computer geöffnet – und plötzlich geht nichts mehr. Dabei ist eigentlich klar, was mitgeteilt werden soll. Natürlich ist aller Anfang schwer, aber das ist gar nicht das wirkliche Problem.

Öffnen Sie die Standleitung

Wenn wir mit jemandem beim Bier sitzen und etwas mitteilen wollen, dann sagen wir es. Gerade heraus. Weil die Standleitung zwischen Hirn und Mund geöffnet ist. Beim Schreiben dagegen unterliegen viele dem Irrtum, dass die geschriebene Sprache eine andere ist als die gesprochene. Ist sie nicht. Die Standleitung läuft einfach vom Kopf in die Finger. Alles, was man dafür machen muss, ist den Schalter umlegen. «Sagen» Sie dem Blatt Papier, was Sie mitteilen wollen. Frank und frei. Frisch von der Leber. So knapp und klar, wie Ihre Gedanken – hoffentlich – sind. Sie werden sich wundern, a) wie kurz die Sätze sind und b) wie wenige Wörter es braucht, weil Sie c) automatisch auf Füllwörter und umständliche Formulierungen verzichten.

Alles klar?

Das finden Sie ganz einfach heraus. Machen Sie die Probe aufs Exempel. Lesen Sie sich selbst den geschriebenen Text laut vor. Stellen Sie sich den Adressaten vor. Und hören Sie sich zu. Ist das, was Sie sagen wollen, so klar, wie wenn Sie es Ihrem Gegenüber Auge in Auge mitteilen würden? Dann ist der Text gut geschrieben. Der Angeschriebene wird Ihnen zuhören. Er oder sie wird es verstehen. Und – eher als sonst – das tun, was Sie möchten.

Titelbild via Unsplash (CC0)



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