Kreatives Schreiben

Kreatives Schreiben: 5 Übungen gegen Gedankenstau

Chronische Ideenlosigkeit? Dann hilft Ihnen vielleicht eine kreative Schreibübung, um die Gedanken wieder zum Fließen zu bringen. Wir stellen fünf Methoden vor.

Was ist die wohl größte Angst eines jeden Autors und Texters? Wahrscheinlich die Schreibblockade. Die Ideen wollen nicht kommen, das Geschriebene hört sich irgendwie falsch an und überhaupt wurde jede gute Geschichte schon einmal erzählt. Was also tun, wenn die oft zitierte Runde um den Block nicht hilft und danach immer noch Leere im Kopf herrscht? Und wie kann man einer Blockade schon vor der Entstehung entgegenwirken? Die Antwort lautet: kreatives Schreiben!

Wenn Sie sich jetzt fragen, was das denn genau ist, müssen wir sie leider enttäuschen: Das Konzept ist nirgendwo allgemeingültig oder abschließend definiert. Grundsätzlich reicht es aber erstmal zu wissen, dass verschiedene Schreibübungen, -formen und -methoden unter dem Überbegriff zusammengefasst werden. Diese sollen der Ideenfindung dienen, während der Prozess des Schreibens im Mittelpunkt steht.
Bevor wir uns jetzt aber in der grauen Theorie verlieren, kommen wir lieber mal ans Machen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen verschiedene kreative Schreibübungen und erklären, wie sie funktionieren.

Einen bereits geschriebenen Text aufwerten

Zeigen anstatt erzählen

Was? Handlungen und Dialoge werden dargestellt, wo Figuren vorher charakterisiert und Gefühle beschrieben worden sind.
Wozu? Durch ein szenisches, plastisches Erzählen soll der Leser in die Geschichte geholt werden.
Wie? Nehmen Sie einen bereits bestehenden Text und untersuchen Sie ihn auf Charakterisierungen und die Beschreibung von Gefühlen. Ändern Sie diese Passagen so, dass stattdessen dargestellt wird, was ein Beobachter der Szene von außen sehen würde. Beispiel: „Der Fußballer ging beleidigt weg“ wird zu „Der Fußballer schmiss seine Sachen in die Sporttasche und verließ den Platz, ohne ein Wort zu sagen.“

Durch regelmäßige Übung Ideen generieren

Automatisches Schreiben (auch Freies Schreiben oder Assoziatives Schreiben)

Was? Eine regelmäßige Schreibübung, die Unbewusstes zum Vorschein bringt.
Wozu? Hier sollen neue Ideen, Assoziationen und Kombinationen von Ideen zum Vorschein kommen.
Wie? In dieser Übung kommt der Rahmen durch die Regelmäßigkeit, die gleiche Umgebung und eine klare Zeiteinteilung zustande: Suchen Sie sich einen ungestörten Ort, an den Sie sich mehrere Tage in Folge mit einem Zettel und Stift setzen. Stellen Sie sich einen Wecker auf zehn Minuten. Beginnen Sie nun einfach draufloszuschreiben. Es gibt keinen Einstieg, kein Ende und keinen roten Faden. Unfertige Sätze und Fragmente sind in Ordnung, ebenso wie Sprünge, Assoziationen, Bilder und Gefühle. Fehler in der Orthografie, Grammatik und Interpunktion können zielführend sein. Nach zehn Minuten legen Sie das Geschriebene beiseite und kehren in den Alltag zurück. Nehmen Sie die Notizen erst zu einem späteren Zeitpunkt erneut in die Hand. Vielleicht entdecken Sie Muster, Ideen oder Kombinationen?

Selbst ins Geschehen eingreifen

Eine Fortsetzung schreiben

Was? Eine bereits bestehende Story wird nach eigenen Vorstellungen umgeschrieben.
Wozu? Durch das Weiterspinnen einer Geschichte wird die Fantasie angeregt.
Wie? Nehmen Sie sich eine Kurzgeschichte, einen Roman oder einen Film vor, den sie eigentlich mochten, der aber für Sie unbefriedigend geendet hat, und schreiben Sie Ihren eigenen Schluss. Wenn Sie sich zum Beispiel immer gewünscht haben, dass am Ende von Macbeth nicht Malcom der neue König wird, sondern die drei Hexen vom Anfang fortan über Schottland herrschen, dann ist jetzt Ihre Chance gekommen, ein perfektes Ende zu verfassen.

Den Blick aufs Wesentliche schärfen

Eine Story in fünf Wörtern

Was? Eine Geschichte wird mit fünf Schlagwörtern erzählt.
Wozu? Durch die Beschränkung der Wortanzahl wird die Essenz einer Story herausgearbeitet.
Wie? Nehmen Sie ihren Lieblingsfilm oder jede andere beliebige Story und erzählen Sie sie in fünf Schlagwörtern. Beispiel Titanic: Jungfernfahrt Personendampfer. Verbotene Romanze. Eisberg.

Eine außergewöhnliche Geschichte schreiben

Das Ton-Genre-Spiel

Was? Per Zufallsprinzip werden eine Tonalität und ein Genre festgelegt. Daraus wird dann eine Geschichte entwickelt.
Wozu? Beim spielerischen Umgang mit den Stilmitteln erübrigt sich die Suche nach dem Schreibanlass oder dem einen zündenden Einfall für eine gute Story. Außerdem werden eingetretene Pfade verlassen.
Wie? Schreiben Sie zunächst zehn verschiedene Tonalitäten auf jeweils einen kleinen Zettel (z. B. ernst, glücklich, hoffnungslos, lebendig, zynisch, humorvoll, …) und falten sie diese zusammen. Das gleiche machen Sie mit zehn Genres (z. B. Detektivgeschichte, Science-Fiction-Story, Familienroman, Tagebuch, Krimi, Gebrauchsanleitung, …). Ziehen Sie aus beiden Sammlungen jeweils einen Zettel, stellen Sie einen Wecker auf 30 Minuten und schreiben Sie Ihren humorvollen Krimi, die zynische Gebrauchsanweisung oder was auch immer sonst Ihnen der Zufall zuspielt.

Titelbild via Pexels (CC0)


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