Transkription, Spotting, Captions oder Untertitel: Was ist was?

Gute Untertitel brauchen nicht nur Sprachgefühl, sondern auch Terminologie-Kenntnisse. Denn einige Fachbegriffe in der Untertitelung werden – von Kunden wie Übersetzern – synonym verwendet, was nicht selten zu Verwirrung führt. Hier kommen die wichtigsten Definitionen gegen Unklarheiten.

Transkription oder Spotting?

Bei der Transkription wird der gesprochene Text einer Audio- oder Videodatei Wort für Wort verschriftlicht. In der Regel benötigt man dafür keine speziellen Tools und der transkribierte Text wird in einer einfachen Textdatei geliefert (z. B. Word oder PDF). Transkriptionen können nützlich sein bei Meetings, Radiosendungen oder Podcasts – nicht nur, weil man damit das Gesprochene schriftlich festgehalten hat. Das Transkript eines Podcast macht zum Beispiel dessen Inhalt für Suchmaschinen sichtbar und kann so das Google-Ranking der Website verbessern.

Geht es aber um die Transkription von Videos, ist meist ein weiterer Arbeitsschritt nötig: das Spotting. Beim Spotting wird genau festgelegt, wann und wie lange ein Untertitel eingeblendet wird. Der gesprochene Text wird unter der Berücksichtigung von Zeichenbeschränkungen, Zeilenumbrüchen und weiteren Vorgaben auf die einzelnen Untertitel aufgeteilt, damit er in der gegebenen Zeit einfach gelesen und verstanden werden kann. Im Gegensatz zur Transkription ist für das Spotting eine spezielle Untertitelungssoftware nötig, zum Beispiel Amara oder Aegisub, mit der sich SRT-Dateien (oder ähnliche Dateitypen) mit Zeitstempeln erzeugen lassen.

Captions, Untertitel oder Untertitel für Hörgeschädigte?

Untertitel sind nicht gleich Untertitel. Schaltet man z. B. bei einem deutschen Film die deutschen Untertitel ein, enthalten sie oft mehr Informationen als nur die Dialoge. Das liegt daran, dass es keine klassischen Untertitel sind, sondern Untertitel für Hörgeschädigte, auch bekannt unter dem englischen Begriff Captions.

Untertitel für Hörgeschädigte berücksichtigen nicht nur die Dialoge, sondern auch sonstige wichtige Geräusche, die im Video zu hören sind. Wenn zum Beispiel ein Telefon im Hintergrund klingelt oder ein Schauspieler lacht, wird das ebenfalls erwähnt. Untertitel für Hörgeschädigte gibt es als geschlossene Untertitel (im Englischen Closed Captions [CC]), die nach Belieben ein- oder ausgeschaltet werden können, oder als offene Untertitel (Open Captions), die fest ins Video integriert sind. Sie müssen zeitlich perfekt auf Bild und Ton abgestimmt – also gespottet – werden. Deshalb liefert Supertext sie in SRT-Dateien.

Klassische Untertitel beinhalten nur den gesprochenen Text. In diesem Fall geht man davon aus, dass die Zuschauer den Ton zwar hören können, aber die Sprache nicht verstehen. Darum sind klassische Untertitel grundsätzlich dazu da, dem Publikum fremdsprachige Filme zugänglich zu machen. Die Dialoge werden dazu von Übersetzern in ihre Muttersprache übersetzt und lokalisiert. Die Schwierigkeit liegt darin, den Inhalt möglichst originalgetreu wiederzugeben und gleichzeitig eine angenehmen Lesegeschwindigkeit und ein Zusammenspiel von Bild, Ton und Text zu gewährleisten. Weil dafür häufig Kürzungen und kreative Umformulierungen nötig sind, setzt man am besten Transkreationsprofis darauf an.

Untertitel lassen sich auf verschiedene Weise erstellen. Meist wird der Originalton erst von einem Muttersprachler transkribiert und gespottet und dann in einem zweiten Schritt von einem Übersetzer lokalisiert. Sind aber keine Captions gewünscht, kann die Transkriptionsdatei auch für gleichsprachige Untertitel verwendet werden. Dann ist nur ein Schritt für Spotting und Übersetzung nötig.

Egal, ob Sie für Ihr Video nun eine Transkription, Untertitel oder Captions benötigen – unsere Sprachexpert*innen rollen für Sie den roten Teppich aus.

Titelbild via Twenty20



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