UX Testing. Oder: Wieso es nicht reicht, eine App, Website oder Software nur zu übersetzen.

Warum ist es wichtig, eine Anwendung nach der Übersetzung noch zu testen, bevor man damit live geht? Die Antwort liegt in der User Experience. Wie Sie dafür sorgen, dass diese stimmt.

Probieren Sie selbstgekochtes Essen, bevor Sie es servieren? Natürlich, denn es soll Ihren Gästen ja schmecken. Bei einem Produkt ist es nicht anders: Sie möchten den Usern Ihrer App, Website oder Software ein angenehmes Erlebnis bescheren. Von A bis Z. Von der Anmeldung bis zur Zahlungsbestätigung. Und hier kommen UX Tests ins Spiel.

Was sind UX-Tests?

UX steht für User Experience – das Nutzererlebnis im Kontakt mit dem Produkt. Dieses wird beim Testing einer Qualitätskontrolle unterzogen. Denn auch die übersetzte Version einer Anwendung soll funktional, optisch und vor allem sprachlich stimmen.

Der klassische Weg bei einer Produktlancierung sieht meist so aus: Das Designteam entwirft das Interface, das Projektmanagement koordiniert die Inhalte (intern oder extern über eine Agentur), Die Entwicklungsabteilung programmiert und testet das Feature. Man investiert Zeit, Energie und Geld. Ist das Produkt erfolgreich gelauncht, zieht man mit weiteren Versionen für zusätzliche Märkte nach. Beim Übersetzen verändern sich jedoch Satzlängen, die Darstellung und je nach Sprache auch die Zeichensätze. Damit dieselbe Qualität auch in weiteren Sprachversionen garantiert ist, sollte die UX der lokalisierten Anwendung vor der Publikation gründlich geprüft werden.

Was wird genau getestet?

Sprachdienstleister wie Supertext testen die Website, App oder Software auf ihre Benutzerfreundlichkeit: Lässt sie sich in der neuen Sprache einfach und intuitiv bedienen? Gibt es Übersetzungsfehler, die sich erst im Kontext zeigen? Oder Darstellungsprobleme, zum Beispiel wegen Platzbegrenzungen in Überschriften, Buttontexten oder der Navigation? Müssen Textteile gekürzt oder umgeschrieben werden?

Geht man beim Lokalisieren wie oben beschrieben vor – man launcht das Produkt erst in einer Sprache und erst dann kontinuierlich in weiteren – ist dies der Moment, Schwachstellen zu erkennen und zu optimieren. Unsere Sprachteams verwenden dafür geeignete Tools wie zum Beispiel TestFlight. Diese zeigen sämtliche Texte in einer Beta-Version bereits im Original-Layout. Damit wird die UX in ihrer späteren Form real erlebbar.

Was bringen die Tests?

Eine Menge:

  • Die Darstellung des Produkts wird über alle nativen App-Seiten und Webseiten hinweg konsistent.
  • Das Nutzererlebnis wird funktional, einfach und intuitiv – unabhängig von Sprache, Markt und Endgerät.
  • Zusätzliche Bugfixes oder Korrekturrunden im Nachgang entfallen und sorgen für eine schnellere Markteinführung. Dadurch reduzieren sich die Gesamtkosten über Zeit.
  • Schlechte Erst-Erfahrungen mit dem Produkt und damit auch negative Produktbewertungen werden verhindert. Ein besseres Renommee ist die Folge.

Warum sollten sich Sprachexpert*innen darum kümmern?

Produkttests sind in allen Belangen wichtig. Wo Programmierer*innen Anwendungen auf ihre Funktionalität und technischen Aspekte hin überprüfen, tun das Linguist*innen für die Sprache. Das Kürzen, Umformulieren, Verwerfen und Neu-Aufsetzen von App- und Seitenelementen verlangt die Affinität von Muttersprachlern. Auch SEO-Kenntnisse sind gefragt, da das Testing vielleicht eine erneute Keyword-Recherche notwendig macht – Keywords lassen sich für einen neuen Markt meist nicht einfach übersetzen. Und gute Linguist*innen sind zudem kulturell versiert – das heisst, sie kennen sich mit formalen Normen wie Mengenangaben oder Zahlenformaten ebenso aus wie mit der Bedeutung von Farben, Icons und Bildmotiven in der jeweiligen Kultur.

Dürfen wir auch Ihr Produkt einem Test unterziehen, bevor Sie es den Usern auftischen? Dann testen Sie gerne unser Kontaktformular.

Titelbild via Flickr



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