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Die Krebsliga schafft Klarheit für Betroffene und Angehörige. Mit einfach verständlichen Texten in Plain Language.

Krebs kann alle treffen. Umso wichtiger, dass die Informationen darüber auch alle verstehen. Dafür sorgt die Krebsliga Schweiz: Im E-Learning bei Supertext lernte die Organisation das einfache Kommunizieren auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

Verständnis fängt bei der Sprache an

Eine Krebsdiagnose belastet. Was es dann braucht, sind Informationen, die beraten, begleiten, unterstützen. Informationen, die jede*r versteht – Betroffene, Angehörige und Begleitpersonen. Was es nicht braucht, sind belastende Texte. Nicht immer einfach, denn Inhalte über medizinische Behandlungen, Therapieformen und Vorsorge können für Branchenfremde schnell komplex werden. Verschiedene Auswertungen der Krebsliga Schweiz bestätigten schliesslich den gehegten Verdacht: Viele ihrer Texte sind für die Allgemeinheit zu anspruchsvoll.

Doch «dem Krebs ist es egal, wer du bist». So titelt die Krebsliga selbst in ihrer Kampagne zur Früherkennung. Darum fasste die Publizistik-Abteilung der NGO einen Entschluss: klarer und einfacher zu kommunizieren. Mit Texten, die so geschrieben sind, dass sie nicht nur von medizinischen Fachpersonen verstanden werden, sondern auch von allen anderen. Hier setzt Plain Language an.

Strategien für verständliche Sprache lernen und umsetzen – in drei Sprachen

Die breite Bevölkerung versteht Plain Language. Warum? Plain Language kommuniziert auf dem mittleren Sprachniveau B1. Damit macht sie anspruchsvolle Texte aus Medizin, Recht, Versicherungswesen und weiteren Bereichen für alle zugänglich. Und auch für jene angenehmer zu lesen, die eigentlich über ein höheres Sprachniveau oder fundiertes Vorwissen verfügen.

Aber wie setzt man diese Sprache um? Darüber sollte ein fundiertes Training von Supertext Klarheit schaffen. Alle Mitarbeitenden für Publizistik bei der Krebsliga nahmen daran teil – denn sie sorgen online wie offline für die Veröffentlichungen der Organisation. Vom Patient*innenschreiben bis zur Informationsbroschüre. Und das auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

Das Training fand im individuellen E-Learning statt – «ein Plus zu Pandemiezeiten, bei dem die Teilnehmenden ihre Off-Peak-Zeit und das Lerntempo flexibel selbst bestimmen», findet Tino Heeg, Leiter Publizistik.

In 21 interaktiven Lektionen lernten die Mitarbeitenden die Regeln von Plain Language kennen. Sie erfuhren in jeder Sprache an Beispielen, warum es dabei auf kurze Texte, konkrete Wörter, Aktivsätze und Formulierungen ohne Fachjargon ankommt. Und verankerten Einfachheit durch verschiedene Übungen nachhaltig im eigenen Schreibstil.

Beispiele

 

Ausgangssatz

Satz in Plain Language

«Die Verabreichung des Medikaments findet morgens statt.»


Passiv, Substantivierung

«Die Ärztin verabreicht das Medikament jeden Morgen.»


Aktiv, Verb
--> konkreter, persönlicher

«Die Resektion des Caput-Abschnitts der Pankreas … »


Fachsprache

«Die Entfernung des Kopfabschnitts der Bauchspeicheldrüse … »


Hochfrequente, leichte Wörter
--> verständlicher

«Die Übungstexte waren für uns super hilfreich, weil wir die Beispiele aus Medizin und Recht direkt in unseren Arbeitsalltag übertragen konnten. Das Ganze hatte einen Soforteffekt.»

Tino Heeg, Leiter Publizistik Krebsliga Schweiz

Learning: «Plain Language ist eine Allzweckwaffe.»

Die Publizistik der Krebsliga will künftig in ihrer ganzen Kommunikation Klartext reden. Auch intern wird darum schon fleissig Werbung für Plain Language gemacht – schliesslich haben auch andere Abteilungen direkten Betroffenenkontakt. Von einfacher schriftlicher und mündlicher Kommunikation können alle nur profitieren, so Heeg:

«Plain Language funktioniert universell – unabhängig vom Einsatzbereich und von der Sprache. Eine echte Allzweckwaffe.»

 

Titelbild via Supertext


Wie das E-Learning im Detail funktioniert, sehen Sie hier:

 

Sie wollen mehr über Plain Language erfahren? Dann sollten wir reden.



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