Mit einer App Sprachen lernen – ein Selbstversuch

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Gratis Sprachen lernen zwischen Tram und Büro: das verspricht die App «Duolingo». Wie einfach und wie effizient ist die Methode wirklich? Ein Selbstversuch.

Während meiner Schulzeit hatte ich fünf Jahre lang Spanischunterricht. Fünf lange Jahre, um die Sprache so gut zu lernen, dass ich mich in einem spanischsprachigen Land wohl ganz gut hätte durchschlagen können. Nur ist es leider nie soweit gekommen und ich habe es nie nach Spanien, Mexiko oder Kuba geschafft. Shame on me.

Lernen ohne Anstrengungen

Nun gibt es aber eine App, mit der es kinderleicht sein soll, eine Fremdsprache zu erlernen oder aufzufrischen – egal ob zu Hause oder unterwegs, und das erst noch kostenlos. «Duolingo» heisst das kleine Wunder. Die Funktionsweise ist ganz leicht: Durch verschiedene Aufgaben in den Kategorien «Basics», «Plural», «Essen», «Tiere» und «Sätze» erlernt man spielerisch neue Vokabeln und Grammatikregeln. Empfindet man das Level als zu einfach, gibt einem Duolingo die Möglichkeit, sich «herauszutesten». Löst man die Aufgaben richtig, ertönt eine Fanfare, die einem mitteilt, wie toll man doch ist.

Zudem ist Duolingo vielseitig unterwegs: Vokabeln werden einem mit Bildern präsentiert, gesprochene Sätze müssen abgeschrieben werden und sogar die Aussprache wird getestet. Übt man ein paar Tage lang nicht, reklamiert die App mit der Meldung «Zeit zum Üben!».

Sprachkurs ganz umsonst – oder doch nicht?

Doch ganz ohne Gegenleistung funktioniert die App mit dem grünen Vöglein nicht: Mit jedem übersetzten Satz tragen die mittlerweile rund 20 Millionen User dazu bei, das Internet in möglichst viele Sprachen zu übersetzen. Ein Vergleich der Übersetzungen desselben Satzes von fortgeschrittenen Usern soll garantieren, dass der Zielsatz auch wirklich stimmt. Die Nutzer bezahlen also sozusagen mit der Zeit, die sie in die App investieren.

Fazit: Duolingo hat mir tatsächlich geholfen, mein Spanisch aufzufrischen. Nach nur wenigen Wochen bin ich um viele Vokabeln reicher – ohne dass ich es gemerkt hätte. Es ist definitiv interessanter, mit einer spielerischen App Vokabeln zu büffeln als mit einem verstaubten Wörterbuch. Dazu ist Duolingo sicher ein wertvollerer Zeitvertreib als Candy Crush, Clash of Clans und Konsorten. Die App ist liebevoll und attraktiv gestaltet und motiviert ihre Schüler ohne grossen Aufwand zum Lernen. Duolingo richtet sich an die mobile, vernetzte Gesellschaft und trifft damit den Nerv der Zeit. Alles in allem also ein ziemlich cooles Konzept. Bedauern kann man höchstens, dass der Service noch nicht in allen Sprachen verfügbar ist und eine App wohl niemals den Klassenzimmercharme und die Gruppendynamik eines «richtigen» Sprachkurses ersetzen wird.

Bild: Flickr (CC BY-NC-SA)

 



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3 Kommentare zu “Mit einer App Sprachen lernen – ein Selbstversuch”



  • Fritz Daniel am 14. Mai 2014 18:17 Uhr

    Duolingo Spanisch finde ich nur in Englisch, wie heisst die App Deutsch-Spanisch?
    Danke für Antwort …


  • Corina Friedli am 15. Mai 2014 10:58 Uhr

    Duolingo bietet seine „Spanischkurse“ bis jetzt leider nur mit der Ausgangssprache Englisch an :(


  • Fritz Daniel am 15. Mai 2014 12:15 Uhr

    DANKE, schade …


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