Paella – ein spanisches Nationalgericht?

Flamenco, Siesta, Stierkampf und Paella. Wer an Spanien denkt, dem schwirrt automatisch auch das spanische Reisgericht im Kopf herum. Paella ist mittlerweile zu einem wahren Reiseklischee geworden, und kaum ein Tourist kehrt von einer Spanienreise zurück, ohne zumindest einmal eine Paella gekostet zu haben. Doch wo liegt der Ursprung dieses Gerichts wirklich?

Der Begriff «Paella» stammt aus dem Katalanischen und hat seinen Ursprung im lateinischen Wort «patella», was die Bezeichnung für eine flache Metallpfanne ist. Tatsächlich ist und bleibt die «paellera» (die Paellapfanne) das wohl wichtigste Instrument, um die Paella überhaupt zubereiten zu können. Das Gericht trägt also den Namen des Gefässes, in dem es zubereitet wird. Das «typisch spanische Nationalgericht» stammt ursprünglich aus der Region Valencia. Erst später hat sich die Paella über das gesamte Land verbreitet.

Zunächst war die Paella ein Essen der einfachen Leute, meist der Feldarbeiter und Landwirte. In den Feuchtgebieten der Region Valencia herrschten optimale Bedingungen für den Anbau von Reis. Damals war der Reis Hauptnahrungsmittel der Bauern. Als Fleischbeilage dienten hauptsächlich Hühner und Kaninchen, die auf den Bauernhöfen gezüchtet wurden. Die klassische «Paella valenciana» besteht auch heute nur aus Reis, Fleisch und Gemüse. Die «Paella mixta» mit Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten oder die «Paella marisco» sind eigentlich verfälschte Varianten der klassischen Paella und wurden im Grunde nur für Touristen erfunden. Bei traditionsgebundenen Valencianern ist die Paella mit Fischzutaten noch immer verpönt.

Der falsche Reis macht die Paella feiss

Aufgrund der unzähligen Paella-Variationen streitet man sich heute über die richtigen Zutaten dieses Reisgerichts. Einig ist man sich allerdings über die Reissorte. Am besten sollte die Paella mit dem sogenannten «arroz bomba» zubereitet werden. Es handelt sich hierbei um einen Rundkornreis, der in der Gegend von Valencia angebaut wird. Notfalls kann auch Langkornreis verwendet werden. Risottoreis ist hingegen ein No-Go, da er beim Kochen sehr weich und klebrig wird. Die Reiskörner der Paella sollten hingegen trocken und körnig sein.

Wie die Paella genau zubereitet wird, erfährt man hier. Nebst allen Zutaten werden auch nützliche Tricks verraten, um eine traditionelle Paella Valenciana nachzukochen.

In Gesellschaft kocht es sich besser

Nicht ohne Grund gelten die Zubereitung sowie der Verzehr der Paella auch als soziale Angelegenheiten. Traditionellerweise wird die Paella auch heute noch – meist an Wochenenden oder Feiertagen – mit Freunden und Familie zubereitet. Oft befindet man sich im Freien an einem Holzfeuer und bereitet die Paella auf dem sogenannten «triopte», einem Dreifuss, der ins Feuer gestellt wird, vor. Frauen und Männer halten meistens eine strikte Aufgabenteilung ein. Während sich die Frauen als Chefköchinnen beweisen, kümmern sich Männer und Kinder um die Brennholzsammlung und sind für das Feuer verantwortlich. Entsprechend dieser Rangordnung sind es auch meist die Frauen, welche die Paella zuerst kosten dürfen.

Die Paella wird in Spanien meist direkt aus der Pfanne gegessen. Vor dem Essen wird die Paella noch mit Zitrone beträufelt. Dann erhält jeder einen Löffel und schon kann’s losgehen. Wem läuft das Wasser im Munde bereits zusammen? Dann nichts wie los! Vielleicht gelingt euch ja auch eine Paella…

Ein kleiner Tipp noch: Die Paella wird meistens als Mittagessen – in Spanien also erst gegen 15 Uhr – verzehrt. Abends würde ein solches Festmahl selbst Spaniern zu schwer im Magen liegen.

Titelbild via Flickr: Spain Grunge Flag – Nicolas Raymond (CC BY 2.0)



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