Natürlich mehrsprachig

babel

Zürich zieht zahlreiche Menschen aus vielen Sprachregionen an. Wie wirkt sich das auf das Arbeitsleben aus?

«Tu peux me passer le sel, s’il te plaît? Sure, just a second. Scho guet, iss du nur, ich gibs ire weidli.» Also gut, ein wenig habe ich übertrieben, «weidli» sagt hier niemand wirklich. Und wir wechseln zwischen Frage und Antwort auch nicht zwischen den Sprachen. Aber es ist eine Tatsache, dass wir uns multilingual miteinander verständigen. Müssen.

Internationale Gemeinschaft

Als ich vor zwei Jahren bei Supertext angefangen habe, war die einzige exotische Sprache noch Andreas Hochdeutsch. Aber da waren wir ja noch zu fünft. Inzwischen parliert es hinter mir immer auf Französisch, um die Ecke wird Englisch gesprochen und am Mittagstisch wird brav gemischt. Okay, Englisch könnten wir noch ein wenig mehr reden. Sorry for that, Andrew.

Provinznest mit Ausstrahlung

«Zürich ist ein attraktiver Arbeitsort», meint die Stadt Zürich. Muss sie ja auch sagen. Aber so übel ist es hier tatsächlich nicht: Wenn ich durch die Stadt flaniere, höre ich viel Englisch, Französisch und Hochdeutsch. Dies lässt mich für einen ganz kurzen Moment die Provinzialität dieses Nestes hier vergessen. Allerdings nur, bis mir wieder auffällt, wie weltverschlossen wir hier eigentlich sind. Aber das ist ein anderes Thema. Ein bessere Frage: Wie wirkt sich diese wunderbare Sprachenvielfalt auf die Sprachen im Beruf aus?

Drei Viertel sprechen Schweizerdeutsch

In Zürich wird bei der Arbeit mehrheitlich Schweizerdeutsch gesprochen; es sind drei Viertel der Erwerbstätigen. Daneben werden aber noch andere Arbeitssprachen von den in Zürich wohnhaften Erwerbstätigen verwendet: Etwas mehr als die Hälfte spricht ebenfalls Hochdeutsch, gut ein Drittel spricht Englisch. Französisch und Italienisch sind nur am Rande zu finden und zwar mit 10 resp. 4 Prozent.

Wir sind alles Führungskräfte

Die Stadt Zürich meint, dass zwei Drittel und etwas mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen Hochdeutsch bzw. Englisch sprechen bei der Arbeit. Dies gilt für Führungskräfte und akademische Berufe. Und offenbar auch für Übersetzungsagenturen: Bei uns ist Hochdeutsch sehr wichtig. Zum Beispiel, damit wir mit unseren Mitarbeitern kommunizieren können, die Deutsch gelernt haben und unseren doch eher schwierigen Dialekt noch nicht so gut verstehen. Und wenn uns Deutsch zu langweilig wird, wechseln wir halt auf Französisch oder Englisch. Ganz natürlich. Wie sieht es bei Ihnen im Betrieb aus?



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