In Berlin mit Autorin Elisabeth Rank: Die 5 besten Lesecafés

Seit wir mit Supertext in Berlin online gegangen sind, beschäftigen wir uns nicht nur damit, wie wir Deutschland von schlechten Texten befreien können – sondern stellen uns auch gerne mal ganz wichtige Fragen, wie: Wo kann man in Berlin eigentlich in Ruhe einen guten Kaffee trinken?

Berlin ist ja als Mekka für Menschen mit erhöhtem Koffeinbedarf bekannt. An jeder zweiten Ecke findet man mindestens ein Café, in dem man vom Filterkaffee bis zum Frappu-, Cappu- oder Babycchino alles bekommt. Will man aber in Ruhe ein gutes Buch lesen und sich nicht von einer Armee MacBooks den Blick aus dem Fenster versperren lassen, dann wird die Suche nach dem perfekten Café schon etwas komplizierter.

Wie? Ein Buch lesen UND aus dem Fenster schauen? Ganz genau, Fensterplätze sind wichtig und nicht nur im Klassenzimmer die beliebtesten. So sieht das auch eine waschechte Berlinerin, die ich um ein paar Geheimtipps in Sachen Lesecafés gebeten habe.

Die Autorin Lisa Rank ist nicht nur in der Spreemetropole geboren, sondern hat dort mit «Im Zweifel für dich selbst» und «Bist du noch wach? zwei Romane geschrieben und erfolgreich veröffentlicht. In Cafés hat sie es mit Fensterplätzen. Na, wenn so jemand nicht mit Sicherheit weiss, wo man ungestört ein paar Seiten lesen kann?

Here we go, die 5 Lieblings-Lesecafés von Lisa. Warum sie die Orte so gerne mag, erklärt sie direkt selber:

Das List

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«Hier gibt es sie, die Fensterecke. Mit Kissen und Decken und einem niedrigen Tisch und manchmal vergisst man beinahe zu lesen, weil man die Weichselstraße und ihre Menschen ansehen muss und weil es wirklich schwerfällt, sich von ihnen abzuwenden. Es gibt aber nicht nur die Fensterecke, sondern auch wohltuende Brote auf Holzbrettern, sehr guten Kaffee und abends die Drinks, die man eventuell auch lesend am Tresen genießen könnte, aber das habe ich noch nie versucht. Obwohl es sich bestimmt gut säße dort, mit Hemingway in doppelter Ausführung.»

Hier geht es direkt zum «List». Das Bild ist von «Instagram».
 

D’Espresso

«Der Fensterplatz ist mein Platz, auch wenn man dann den kleinen Laden an der Straßenecke eher im Rücken hat, aber das macht ja im Grunde auch nichts, solange dort gute Dinge passieren. Warum das ein guter Ort zum Lesen ist? Nicht zu voll, der Fluss ist noch in Laufweite, guter Kaffee und Shortbread.»

Hier geht es direkt zum «D’Espresso».
 

Chapter One

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«Man muss sich beeilen, wenn man den einzig guten Platz im Laden haben will, den im Fenster, denn dort ist nur Platz für zwei. Hier kommen die Leute eher hin, um nach einem Kaffee gleich wieder zu gehen. Wenn man aber Glück hat und die Backgammon-Spieler die Ecke noch nicht besetzt haben, kann man auch länger verweilen und den Draußensitzern hier und da von oben auf die Scheitel starren, Seiten umblättern und sich immer wieder neue Sorten Kaffee aufbrühen lassen.»

Hier geht es direkt zum «Chapter One». Das Bild ist von «Vimeo».
 

Cafe Einstein Stammhaus

«Man muss sonntags kommen und eventuell reservieren, man muss sein Buch in einem Einband mitbringen, wenn man sich so richtig einpassen und nicht auffallen möchte, dick sollte es sein, wenn möglich. Dann muss man Tee oder wahlweise Kaffee ordern, bei allem, was man tut, den kleinen Finger abspreizen und sich leise zurücklehnen. Wenn man Glück hat, verschmelzen irgendwann fiktive und reale Welt miteinander. Und wenn man noch größeres Glück hat, schreibt man hier vielleicht sogar selber ein Buch.»

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Hier geht es direkt zum «Cafe Einstein Stammhaus». Das Bild ist von der Homepage.
 

Platzhirsch

«Hier kann man von den Sommern lesen, an die man sich ewig erinnern wird. Man kann dabei die Ellbogen auf die Oma-Tischdecke stützen, sich einen riesigen Ingwertee bringen lassen und auf die großen Bäume des Arkonaplatzes sehen. Manchmal darf man sich sogar ein Lied wünschen, leise mitsingen und denken: Hier geh ich nie wieder weg. Und außerdem gibt’s Knödel.»

Hier geht es direkt zum «Platzhirsch».

Auf dem Titelbild ist Lisa Rank zu sehen. Die Grafikdesignerin und Flummiweltmeisterin Nina Hüpen-Bestendonk aka Smaracuja hat sie fotografiert.



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