Lieben Sie, was Sie tun? Dann machen Sie weiter

Bangkok Expressway

Sie haben einen Text geschrieben, eine Designvorlage erstellt oder einen Tisch entworfen? Erkennen Sie, dass die Arbeit nicht so gut ist? Dann sind Sie auf dem richtigen Weg.

Um einen kreativen Beruf richtig gut auszuführen, braucht es wie in jedem Beruf Motivation. Was aber noch hinzukommt: Man findet das Produkt gut, es gefällt einem. Und man kann ein gutes Produkt von einem weniger guten unterscheiden. Dafür braucht es Geschmack. Denn anders als in anderen Bereichen gibt es nicht richtig oder falsch, sondern eher gut bzw. nicht so gut.

Wenn man sich dazu entschieden hat, richtig loszulegen, verlässt man die geschützte Werkstatt zu Hause und begibt sich in die echte Welt. Fängt an zu schreiben, zeichnen, reden, kochen, schneidern.

Und man ist frustriert, weil am Anfang nicht das entsteht, was man möchte. Das Produkt versucht gut zu sein, es hat die Ambition dazu, gut zu sein. Es ist aber noch nicht gut. Und man weiss das. Denn der Geschmack ist immer noch top. Er ist der Grund dafür, warum wir tun, was wir tun. Wir wissen, was gut ist und was toll aussieht, kriegen es aber nicht hin. Das nervt. Was tun? Aufgeben? Stur weitermachen?

Der amerikanische Radiojournalist Ira Glass beschreibt in einem Video genau diese Situation. Er steckte selbst für einige Jahre in dieser Lage und wünscht sich, dass ihm damals jemand gesagt hätte, was zu tun sei. Doch auch diese Ratlosigkeit gehört dazu. Diese Phase, dieser Schwebezustand gehört dazu. Alles, was man machen kann ist: schreiben, zeichnen, reden, … Das Wichtigste ist, dass man viel produziert, viel übt. Denn auch, wenn man talentiert ist: Übung macht den Meister. Die Lücke, die zwischen dem konkreten und dem idealen Produkt klafft, kann nur so geschlossen werden. Und das kann dauern; Ira Glass brauchte 17 Jahre. Zugegeben, das ist eine lange Zeit und vielleicht keine repräsentative Angabe. Klar ist jedoch, dass es eine Weile braucht, bis man vom Lehrling zum Meister wird. Wie überall und immer.

Wie man sich motiviert? Mit dem Feuer, das einen dazu gebracht hat, diesen Beruf auszuüben; mit der Leidenschaft, die dafür sorgte, dass man Stunden seiner Freizeit dafür opferte; mit dem Wunsch, immer besser zu werden.

Sitzen Sie abends um zehn noch am Schreibtisch? Brüten Sie noch über Designs oder Schnittmuster? Ja? Dann tun Sie das Richtige.

Bild: Fotopedia (CC BY-SA 2.0)



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